18.03.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar Ausgrenzung statt Heimatgefühl

Er ist noch keine Woche im Amt und gibt schon Vollgas. Deutschlands neuer Innen- und Heimatminister Horst Seehofer sorgt erst mit seiner Aussage "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" für Aufsehen und legt dann mit dem Wunsch nach mehr Grenzkontrollen nach. Überraschend sind diese Aussagen nicht, machte der Noch-CSU-Chef doch schon als bayerischer Ministerpräsident mit seinem Wunsch nach einer Obergrenze deutlich, wie er zu Asyl und Migration steht.

von Eva Hinterberger Kontakt Profil

Aber: Ist es nicht die Aufgabe des Innenministers, für Frieden im Land zu sorgen? Seehofers Aussage - gerade zu einer Zeit, in der wieder Anschläge auf Moscheen verübt wurden - kann schnell das Gegenteil bewirken. Fremdenfeindliche Tendenzen anstacheln. Menschen gegeneinander aufbringen.

Und das ist auch schon der nächste Punkt. Vor kurzem erklärte Seehofer, sein Heimatministerium soll die Menschen zusammenbringen und den Dialog zwischen den Religionen stärken. Sein Satz, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, widerspricht diesem Vorhaben. Seehofer grenzt damit Teile der in Deutschland lebenden Bevölkerung als nicht zugehörig aus. Da hilft auch der Nachsatz, dass die hier lebenden Muslime sehr wohl zu Deutschland gehören, nichts. Gläubige sind untrennbar mit ihrem Glauben verbunden. Wie sollen sie sich zugehörig fühlen, wenn ihre Religion unerwünscht ist?

Anstatt die Menschen zusammenbringen, riskiert Seehofer also eine weitere Spaltung der Gesellschaft. Und auch, wenn man ihm zugute halten kann, dass er seiner Linie treu bleibt: Im neuen Amt sollte er mit solchen Aussagen vorsichtiger sein. Denn ein stärkeres Auseinanderdriften darf nicht im Sinn des neuen Innen- und Heimatministers sein.

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