Kommentar zu Behandlungsfehlern
Es gibt keine Garantie auf Perfektion

Die Zahl der Behandlungsfehler ist leicht gesunken. Eine gute Nachricht. Sowohl für Ärzte als auch für Patienten. Fehler von Medizinern sind ein gesellschaftlicher Dauerbrenner, denn sie können jeden treffen. Einige Tausend Behandlungsfehler sind anerkannt, die "Dunkelziffer" dürfte höher sein.

Gemessen an der Zahl von Patienten, die Ärzte und Kliniken tagtäglich zu behandeln haben, und angesichts des Zeit- und Kostendrucks, unter dem Mediziner stehen, verwundert es, dass nicht mehr passiert. Dass falsche Diagnosen und erst gar nicht entdeckte Krankheiten zu den typischen Fällen gehören, darf ebenfalls nicht überraschen: Schließlich haben Ärzte in Sprechstunden oft nur wenige Minuten Zeit, sich mit den Patienten zu befassen. Ärzten kann man hier kaum einen Vorwurf machen. Das finanziell auf Kante genähte deutsche Gesundheitssystem lässt ihnen oft keine andere Wahl. Und vom "Halbgötter-in-Weiß"-Denken haben sich die allermeisten Mediziner schon sehr lange verabschiedet.

Mit Programmen zur Fehlerprävention, dem Pflegen einer offenen Fehlerkultur und Fortbildungskonferenzen versuchen Ärzte und Krankenhäuser das Übel an der Wurzel zu packen. Dennoch wird es eine 100-prozentige Garantie auf Heilung wohl nie geben. Genauso wenig eine Garantie auf Perfektion. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Auch wenn jeder Fehler natürlich einer zu viel ist.
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