18.08.2017 - 22:30 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu den Anschlägen von Barcelona Die Logik des IS-Irrsinns

Spanien um 1800: "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - eine mutige Kritik des spanischen Malers Goya an der wahnwitzigen Inquisition. Damals verbrannten Christen vermeintliche Ketzer. Heute rasen Typen, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen, in eine Menschenmenge. Blutiger Frustabbau mit dem Gott des Zorns als ideologischen Überbau.

Francisco de Goyas Radierung aus dem Zyklus der Caprichios: Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
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Ihre Rechtfertigung: von Demagogen ausgewählte Zitate aus dem Koran. Man kann im Heiligen Buch der Moslems für jedes Motiv das passende Zitat finden - manche Suren klingen wie die Anleitung zum Glaubenskrieg: "Sind die heiligen Monate abgelaufen, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie, und lauert ihnen auf aus jedem Hinterhalt" (Koran 9:5).

Was die Drahtzieher verschweigen: Der Koran ist eine historische Zitatesammlung, keine Anleitung für den Alltag. Ansonsten könnten die Attentäter nach diesem Vers kaum auf das Paradies hoffen: "Wenn jemand einen Menschen tötet, der keinen anderen getötet, auch sonst kein Unheil auf Erden gestiftet hat, so ist's, als töte er die Menschen allesamt" (Koran 5:32).

Seit Menschengedenken missbrauchen Täter Religion als Rechtfertigung für blutige Fehden. Mit "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ließ sich für Juden und Christen Gewalt trefflich rechtfertigen. Auch ohne Glaube wurde es nicht friedlicher: "Unreines Blut tränke unsere Furchen" - der Schlachtruf der Marseillaise.

Die Logik des Irrsinns: Das Ziel der Anstifter ist die tiefe Verunsicherung und Spaltung der freiheitlichen Gesellschaften. Sie säen Hass, um Gewalt zu ernten. Ihre Vision: Die Ausgrenzung der muslimischen Minderheit in Europa. Sie gebiert weitere gescheiterte Existenzen und Nachschub für den Dschihad.

juergen.herda[at]oberpfalzmedien[dot]de

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