09.07.2017 - 22:28 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu den G20-Krawallen in Hamburg In der Hölle der Pubertät: Dummheit schützt vor Strafe nicht

"Ich kann vor Wut kaum noch atmen", kommentiert die BILD-Zeitung den Feldzug der pubertierenden Horden von Hamburg. Der schwarze Block wird sich freuen. Denn Provokation ist einziges Ziel der Wohlstandskinder - eine krude Spaßveranstaltung gegen innere Leere.

Zwei ausgebrannte Fahrzeuge auf dem Hof einer Pflegeeinrichtung für Senioren in Altona. Während und nach des G20-Gipfels war es in Hamburg zu Krawallen gekommen. Bild: Bodo Marks/dpa
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Man kann gegen diesen Gipfel der Macht und Eitelkeiten vieles einwenden: Das maue Ergebnis bestätigt die Kritiker. Dennoch: Auf internationaler Bühne muss man froh sein, wenn Politiker mit so unterschiedlichem Entwürfen wie Al Saud, Erdogan, Putin, Trump oder Xi Jinping auf der einen sowie Merkel, Macron und Trudeau auf der anderen Seite miteinander reden.

Dass die Ergebnisse das Papier nicht wert sein würden, auf dem das Abschlusskommuniqué verfasst ist, war vorher jedem so klar wie die Zerstörungswut der Autonomen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Das Beste, was man darüber sagen kann: Afrika steht endlich auf der To-do-Liste, um Flüchtlingsursachen am Entstehungsort zu bekämpfen. Alles andere: Minimalkompromisse, bei denen jeder gesichtswahrend zu Hause verkünden kann: "Ich habe mich durchgesetzt."

Die Veranstaltung ist ein Beispiel für absurdes Welttheater: Politiker, die wussten, wie beliebt Straßenschlachten in Hamburg sind, wollten partout die Elbphilharmonie der Weltöffentlichkeit präsentieren. Ein Polizeichef, der vorher signalisierte, er habe alles im Griff, hat die Verantwortlichen nicht öffentlich davor gewarnt, dass zwei G20-Hotspots nicht zu verteidigen sind. Und die Verursacher der Krawalle selbst: Sie haben sich als unpolitische Hooligans ohne politische Botschaft erwiesen - stecken geblieben in der Hölle der Pubertät. In einem Alter freilich, indem sie strafmündig sind. Dummheit schützt vor Gefängnis nicht.

juergen.herda[at]oberpfalzmedien[dot]de

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp