Kommentar zu den Strafzöllen der USA
Donald Trump stahlhart die Stirn bieten

Seit Donald Trump im Weißen Haus regiert, hat die Vernunft Hausverbot. Der US-Präsident gestaltet Politik aus dem Bauch heraus - aber das mit System. Das Personal wechselt er wie seine Hemden, ganz im Gegensatz zu den Prinzipien - "America First" steht über allem.

Das Kommen und Gehen in seinem Beraterstab ist kein Zufall, Widerworte verträgt ein Trump nicht. Der Rücktritt von Kommunikationschefin Hope Hicks ist bereits der vierte Personalwechsel auf diesem Posten innerhalb von acht Monaten. Es muss den 71-Jährigen besonders getroffen haben, galt Hicks doch als seine engste Vertraute.

Schon wird spekuliert, dass Trump aus dieser Enttäuschung heraus seine schon länger geplanten Strafzölle auf Aluminium und Stahl verkündet hat. Wilde Drohgebärden gefallen dem Präsidenten. Handelskrieg gehört zu dem Vokabular, das er als Waffe benutzt, um seine Anhänger zu befriedigen.

Trump befindet sich im Dauerwahlkampf, im Herbst stehen schließlich die Kongresswahlen an. Der Präsident zündelt an allen Fronten, vom Nahen Osten bis nach Nordkorea. Auf dem Wirtschaftsparkett dürfte der Schuss aber kräftig nach hinten losgehen. In Europa werden die Menschen kaum etwas von den Auswirkungen der Strafzölle zu spüren bekommen.

Ganz anders in den Vereinigten Staaten. Von der Bierdose bis zum Auto wird sich dort vieles verteuern. Denn die Strafzölle werden nicht etwa von den Herstellern im Ausland gezahlt, sondern von Importeuren der Waren in den USA. Diese dürften ihre höheren Kosten in vielen Fällen an die amerikanischen Verbraucher weitergeben.

Für Trump geht es nur um den Moment. Um den Jubel der Stahlarbeiter in der Heimat. Stahl - der Begriff allein schon hat was für einen Machtmenschen wie ihn. Wenn man Stahl nicht mehr selber herstellen könne, sei man "kein richtiges Land mehr". Milliardär Trump mit dem Herz für Malocher. Ein Treppenwitz. Der Welthandel ist ihm egal. Europa bleibt nur eins: Trump vereint stahlhart die Stirn zu bieten.
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