Kommentar zu Donald Trump
Viel heiße Luft vom bald mächtigsten Mann der Welt

Für die einen ist er ein Pöbler. Viele andere sehen in Donald Trump einen, der endlich mal Tacheles redet. Dass er sich nun scharfe Wortgefechte mit Journalisten liefert, dass diese überdies scharfe Kritik an ihm üben und ihm vorwerfen, er zeige sich nicht staatsmännisch, werden viele Trump-Wähler und -Sympathisanten gutheißen. Dafür haben sie ihm ihre Stimme gegeben. Und er scheint bestrebt zu sein, seine Versprechen zu erfüllen.

Eine Mauer gegen Mexiko? Trump bleibt dabei. Abgesehen davon, dass die Grenze zwischen den USA und Mexiko schon heute nahezu undurchdringlich hochgerüstet ist - wie will Trump Mexiko zwingen, die Kosten für die Mauer zu übernehmen? Ein Grundstückseigentümer kann ja auch nicht den Nachbarn für den Gartenzaun zahlen lassen, den der andere nicht braucht oder will. Alles andere widerspricht einem gesunden Rechtsempfinden.

Oder die Abschaffung von Obama-Care: Zehn Millionen Amerikaner bekamen eine Krankenversicherung. Versicherungen dürfen niemanden mehr abweisen - auch keine Kranken. In Deutschland eine Selbstverständlichkeit. In den USA vor Obama-Care unvorstellbar. Sollte Trump die Krankenversicherung abschaffen, würde er einen Gutteil seiner eigenen Wähler bestrafen. Aber mal ehrlich: Dass sich ein egozentrischer und rabiater Milliardär um die Belange einfacher Leute kümmern wird, war ernsthaft nicht zu erwarten.

Dazu kommen Trumps Aussagen: "Ich denke, es war Russland", sagt er. Und weiter? Oder: "Wir werden sehen, was ich für ein Verhältnis zu Russland haben werde." Wortwolken, die nicht greifbar sind. Konzept? Strategie? Fehlanzeige. Dagegen nur viel heiße Luft vom bald mächtigsten Mann der Welt.

alexander.raedle@oberpfalzmedien.de
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