26.01.2017 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu Donald Trumps Mauer-Plänen Armes Amerika

Was wie politische Realsatire klingt (wenn die Realität die Satire einholt), stellt sich leider als monströse Ausformung von Hybris und nationalistischer Symbolpolitik dar. Die vom neuen US-Präsidenten Donald Trump geplante 3200 Kilometer lange Mauer zu Mexiko kann zwar nicht mit der Chinesischen Mauer mithalten, toppt jedoch den "unbezwingbaren" Atlantik-Wall Hitlers um mehr als 500 Kilometer Länge - ganz zu schweigen von der nur 400 Kilometer kurzen Maginot-Linie in Frankreich - und soll mit 7 bis 8 Meter Höhe rund doppelt so hoch werden wie einst die Berliner Mauer (3,6 Meter Höhe).

von Clemens Fütterer Kontakt Profil
Kommentar

Aus der Geschichte wissen wir, dass all diese gigantischen Mauern aus dem späten Mittelalter und dem 20. Jahrhundert nicht nur Unsummen Geld verschlangen, sondern sich als völlig nutzlos erwiesen. Es gibt kein Beispiel, wo Mauern den Lauf der Zeit aufhalten konnten. Selbst nicht die mörderisch befestigte innerdeutsche Grenze. Und ausgerechnet im 21. Jahrhundert soll eine titanische Mauer aus Beton und Stahl als Barriere wirken? Als ob die Vereinigten Staaten, in denen es an allen Ecken und Enden finanziell zwickt, keine anderen Probleme haben, als mindestens 14 Milliarden Euro in ein maßloses Projekt zu stecken ...

Mauern wirken nie einseitig. Sie sperren nicht nur aus, sondern auch ein. Mitleid stellt sich ein mit den Menschen in den USA und ihren Nachbarstaaten. Armes Amerika. Donald Trump scheint fest entschlossen, seinem Land - und der Welt - mit Protektionismus unabsehbaren Schaden zuzufügen. Die Welt braucht keine trennenden Mauern, sondern Brücken der Verbindung.

clemens.fuetterer[at]oberpfalzmedien[dot]de

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