Kommentar zu Fake News
Rational denken, kritisch hinterfragen, objektiv einordnen

Was ist wahr? Was ist schlicht und einfach erstunken und erlogen? Zwei Fragen, die die Menschheit seit Jahrtausenden beschäftigen. Das Verbot, falsches Zeugnis abzulegen, findet sich bereits in der Bibel. Dem 2. und 5. Buch Mose zufolge hat Gott den Menschen aufgegeben, nicht falsch gegen den Nächsten auszusagen. Offenbar war es auch den Menschen vor Tausenden von Jahren nicht fremd, dass hier und da wenn auch nicht gelogen, zumindest nicht die Wahrheit gesagt worden ist.

In der Gegenwart ist das nicht anders. Das deutsche Strafrecht etwa kennt den Paragraf 187 - Verleumdung. Er greift, wenn jemand wider besseres Wissen ehrverletzend Falsches behauptet. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, wenn die Tat etwa durch Verbreiten von Schriften begangen worden ist. Die Grünen-Politiker Renate Künast etwa erstattete Strafanzeige, als ihr auf Facebook ein Zitat an den Mund gelegt wurde, das nie gefallen ist. Die Autoren von Fake-News werden sich von Strafen aber kaum in ihrem Tun bremsen lassen. Sie verbreiten Falsch-Nachrichten weniger, um einzelnen, unliebsamen Personen zu schaden, sondern um Meinung und Stimmung zu machen. Klassische Propaganda.

Aber was hilft gegen Propaganda? Nicht jedem alles glauben. Und: kritisches Hinterfragen. Sich auf Basis von erwiesenen Fakten, der Beleuchtung möglicherweise ideologie- und interessengetriebener Akteure selbst ein möglichst objektives Bild machen. Rationalität und logisches Denken können zudem nicht schaden. Die Menschen dazu zu ermuntern ist sinnvoller, als bei jeder Gelegenheit ein neues Gesetz zu fordern.

alexander.raedle@oberpfalzmedien.de
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Johann Strasser aus Winklarn | 27.12.2016 | 08:24  
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