10.05.2018 - 21:36 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu Iran/Israel Deeskalation im Raketenfeuer

Im Nahen Osten verschärft sich erneut einer der zahlreichen Konflikte. Das nächste Kapitel der kollidierenden Eigeninteressen auf syrischem Boden schreiben der Iran und Israel. Nach wochenlangen israelischen Luftangriffen beschießen iranische Al-Quds-Einheiten nun Stellungen Israels auf den Golanhöhen.

von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Israel beantwortet die mit wenigen Raketen verhältnismäßig begrenzte Attacke überraschend massiv - mit einer der größten militärischen Aktionen seit Jahren gegen mehr als 50 iranische Ziele in Syrien. Kaum eine spontane Gegenreaktion oder ein Akt der Selbstverteidigung, wie es aus Washington hieß. Eher ein geplanter Rundumschlag, für den der richtige Zeitpunkt gekommen war.

Der Kollisionskurs ist jedenfalls längst eingeschlagen, ein befürchteter Krieg aber zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Beide Seiten versichern, dass sie keine weitere Eskalation wollen. Das scheint paradox, ist aber durchaus glaubhaft. Israel hat zunächst erfolgreich die Präsenz des Iran in Syrien geschwächt. Die islamische Republik ihrerseits wird alles tun, den wirtschaftlichen Aufschwung seit dem Atomabkommen nicht zu gefährden.

Um dieses zu bewahren, müssen die übrigen Unterzeichner nach dem fatalen Ausstieg der USA, der die jetzigen Ereignisse begünstigte, nun umso härter darum kämpfen. Bisher haben sich Staaten wie Deutschland und Frankreich darauf verlegt, Donald Trumps Alleingänge zu relativieren, das Chaos, das er anrichtet, aufzuräumen. An diesem einzigen Punkt wird es Zeit, die Deeskalationspolitik langsam aufzugeben.

tobias.schwarzmeier[at]oberpfalzmedien[dot]de

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