09.02.2018 - 21:48 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu Schulz/Gabriel Chaos-SPD vor erneutem Neustart

Politikern geht es nur um egoistische Ziele wie Ämter und Macht. Wenn solche Vorwürfe kommen, wird alles versucht, wieder zu beschwichtigen. Doch bei den jüngsten Ereignissen fehlen den Volksvertretern schlicht die Argumente gegen solche Parolen.

von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Die SPD braucht scheinbar keinen Gegner mehr, um eigene Erfolge zu schmälern und immer wieder Wirkungstreffer zu kassieren. Das verheerende öffentliche Ringen zwischen dem meist unglücklich agierenden Martin Schulz und einem kindisch-trotzigen Sigmar Gabriel um einen Ministerposten macht sprachlos. Dass der ehemalige Hoffnungsträger Schulz - wieder einmal - zurücksteckt, kann die Situation nicht retten.

Während Schulz damit wohl einen beispiellosen, rasanten Aufstieg und Absturz vollendet - zum Kanzleraspiranten und Parteichef hochgejubelt und dann sukzessive sturmreif geschossen - lässt diese Diskussion auch andere beschädigt zurück. Die passive SPD-Führung und auch den Noch-Ex-Vielleicht-Wieder-Außenminister.

Dabei lief es eigentlich rund. Aus den Koalitionsverhandlungen konnten die Genossen erhobenen Hauptes hervorgehen. Nun schien auch personell ein Neuanfang möglich. Und der musste sinnvollerweise ohne Gabriel geschehen. Hatte doch dessen sprunghafte Politik Anteil daran, dass in der Großen Koalition die Einigkeit der SPD litt. Gabriel konnte nicht Groko.

Jetzt, da es besser hätte laufen können, fängt der Motor der Erneuerung unnötigerweise wieder an zu stottern. Doch auch wenn Gabriel einen von der Parteispitze gewollten Außenminister Schulz verhindern konnte, dürfte ein erneuter Neustart ohne ihn passieren. Denn während Europapolitiker Schulz in einer schwächelnden EU als Außenminister prädestiniert gewesen wäre, scheint es Gabriel nur um das Amt an sich zu gehen. Und das ist den Wählern wohl kaum zu vermitteln.

tobias.schwarzmeier[at]oberpfalzmedien[dot]de

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp