Kommentar zu Umweltbundesamt/Fleisch-Steuer
Gegen die Fleischeslust kämpft das Umweltbundesamt vergebens

Es ist grotesk, aber Konferenzen zur Erderwärmung finden - zumindest gefühlt - meist statt, wenn es bitterkalt ist. Und, welch Zufall: Just als das Umweltbundesamt eine Art Strafsteuer auf Fleisch und Milch fordert, lässt uns Tief "Alex" bibbern. So kann das nichts werden mit dem Klimaschutz.

Der Vorstoß von Behördenchefin Maria Krautzberger, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für Milch und Fleisch abzuschaffen und stattdessen den vollen Satz von 19 Prozent zu erheben, kam zur Unzeit. Er wäre aber erst recht mitten in der Grillsaison sofort einkassiert worden. Denn den Deutschen ist ihr Schnitzel lieb, aber es darf nicht teuer sein.

Statt der empfohlenen 15 bis 30 Kilo Fleisch pro Jahr essen die Deutschen etwa 60 Kilo. Gesund ist das nicht, wie eigentlich auch alle wissen. Trotzdem haben sich die Grünen seinerzeit mit dem Vorstoß für einen Veggie-Day die Finger verbrannt. Selbstbescheidung beim Fleischkonsum ist eben alles andere als mehrheitsfähig, selbst wenn die vegane Bewegung zunimmt.

Wer schon wegen der Gesundheit nicht fastet, wird es erst recht nicht wegen der Umwelt tun wollen. Auch wenn die Klimabilanz von Fleisch noch so verheerend ist. Öko-Forscher Kurt Schmidinger hat errechnet, dass bei der Erzeugung von einem Kilo Fleisch etwa so viel Kohlendioxid anfällt als würde man mit einem europäischen Durchschnittsauto von Berlin nach Rom fahren.

Trotzdem: Höhere Steuern auf Fleisch? Da hat das Umweltbundesamt schon verloren. Genauso erfolglos könnte sie fordern, die Steuervergünstigung für Diesel zu streichen oder die Steuerbefreiung des Kerosins für Flugzeuge.

albert.franz@oberpfalzmedien.de
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 06.01.2017 | 23:59  
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