Kommentar zum Alkoholkonsum der Deutschen
Ein tiefes Fass ohne Boden

Angst, Einsamkeit, Gewohnheit, Langeweile - oder Tradition: Die Deutschen trinken aus den unterschiedlichsten Gründen Alkohol. Fakt ist laut "Jahrbuch Sucht": Sie trinken zu viel. Wer auf diesen Umstand hinweist, wird nicht nur im Bierland Bayern als Spielverderber gebrandmarkt. Denn wer will sich schon gern sein Feierabendbier oder sein Glas Wein vermiesen lassen? Und da liegt das Problem: Wann ist das Maß voll, wenn es um den individuellen Genuss geht? Und wann wird aus dem liebgewonnenen Gläschen der erste Schritt zur Abhängigkeit?

Schon die körperlichen Schäden, die Bier, Wein und Co. anrichten können, rechtfertigen Gegenmaßnahmen. Höhere Steuern und ein Werbeverbot sowie ein Heraufsetzen der Altersgrenze für den Verkauf: Alles Hebel, die der Gesetzgeber in Bewegung setzen sollte.

Noch verheerender sind jedoch die sozialen Folgen, die zu hoher Alkoholkonsum haben kann: Streit, Prügel, traumatisierte Kinder oder zerstörte Familien sind die Verwüstungen, die Süchtige oft hinterlassen. Somit kommt beim Alkohol eine Komponente dazu, die ihn heimtückischer macht als andere legale Drogen.

Ein Anfang wäre gemacht, wenn nicht nur der Konsum, sondern auch der Verzicht auf Alkohol gesellschaftlich akzeptiert würde: Wer auf einer Feier das Stamperl Schnaps oder das Seidel Bier ablehnt, aus welchem Grund auch immer, hat keine dummen Kommentare verdient, sondern Respekt.
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