08.04.2018 - 21:58 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Anschlag von Münster Ohne Empathie und Mitgefühl

Es ist eine traurige Tradition: Nach Tragödien wie der in Münster bleibt dem Beobachter nichts anderes übrig, als ein ums andere Mal zu konstatieren, wie völlig frei von Anstand und Scham politische Akteure die Situation für ihre Ziele ausnutzen.

von Frank Stüdemann Kontakt Profil

Die Polizei hat ihre Ermittlungen gerade erst begonnen, die Opfer sind noch nicht mal identifiziert, da stößt AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch wie ein Aasgeier auf das Thema herab. Auf Twitter kommentiert sie in Großbuchstaben "WIR SCHAFFEN DAS!" und stellt sofort einen Bezug zur Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel her.

Als herauskommt, dass der Täter ein Deutscher war, erklärt ihn die Politikerin kurzerhand zum "Nachahmer islamischen Terrors" - als ob es Auto-Attacken dieser Art nicht auch schon lange vor Al Kaida und IS in Deutschland und anderswo auf der Welt (leider) gegeben hätte. Warum nur ist es manchen Menschen nicht möglich, zunächst einmal mit Empathie und Mitgefühl auf ein solches Drama zu reagieren? Den Opfern und ihren Angehörigen ist im Moment egal, was den Amokfahrer zu seiner Tat bewogen hat. Und es wird sie nicht trösten, dass offenbar kein Islamist hinterm Steuer saß.

Vielleicht also hält man sich besser an Axel Prahl, Darsteller des Münsteraner "Tatort"-Kommissars Thiel. Der schrieb auf Facebook: "Münster, bleib wie Du warst und wie wir Dich lieben: offen, friedlich, freundlich, stark und stolz."

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