Kommentar zum Atomwaffentest Nordkoreas
Höchste Zeit zu handeln

Es wird wieder von allen Seiten auf das Schärfste verurteilt, gewarnt, gefordert und gedroht. Und das markige Etikett "Schurkenstaat" verliehen. In seltener Einigkeit kritisieren USA, China, Russland und Europa den neuesten Aufreger aus dem Hause Kim Jong Un. Nach dem neuerlichen Atomtest steigt der verbale Druck auf Nordkorea.

Eine in der Vergangenheit nur mäßig erfolgreiche Taktik: Die jüngste Atommacht intensiviert ihre Provokationen seit dem Amtsantritt Kim Jong Uns vor sechs Jahren stetig. Zuletzt kommt das Säbelrasseln in einer immer schnelleren Abfolge. Zwischen dem Abschuss einer Langstreckenrakete im Laufe der Woche über Japan hinweg und der jetzigen Test-Detonation ist nur eine Woche vergangen. Die Botschaft: Wir haben das Paket und die Möglichkeiten, es zu liefern.

Ob es nun eine echte Wasserstoffbombe war oder eine mit etwas Wasserstoff angereicherte Atombombe, wird eine genauere Analyse zeigen, ist aber unerheblich. Ebenso, ob Nordkorea einen Sprengkopf konstruieren kann, der klein genug ist, um in eine Interkontinentalrakete zu passen. Fakt ist: Das Land ist in der Entwicklung seiner Atomwaffen wieder einen Schritt weiter. Die Bedrohungslage verschärft sich, während Kim Jong Un seine Position durch Abschreckung stärkt.

Daher muss die internationale Gemeinschaft - insbesondere China als wichtigster Partner Nordkoreas - tätig werden und Reaktionen nicht alleine den USA überlassen. Ein Hin und Her zwischen dem irrationalen Machthaber und einem Donald Trump, bei dem zwischen Abzug aus und verstärktem Militäreinsatz in Afghanistan nur zwei, drei Tweets liegen, wäre riskant. Zwei Elemente, die instabiler sind als die Bestandteile jeder Atomwaffe.

tobias.schwarzmeier@oberpfalzmedien.de
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