10.12.2017 - 21:20 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum erneuten Anlauf zu einer Großen Koalition Kompromiss ist die einzige Waffe, die Frieden schafft

Man merkt, das Fest steht vor der Tür, der Wunschzettel an die politischen Parteien wird immer länger. Ein klares Profil sollen sie haben, zu allen Politikfeldern Patentlösungen anbieten, das politische Personal soll ehrlich, moralisch integer, aber auch bitte nicht zu langweilig sein. Und alle miteinander sollen sie jetzt endlich eine Regierung auf die Beine stellen.

#no Groko haftet diesem SPD-Bären an. Ob's bei der kompromisslosen Haltung bleibt? Bild: Michael Kappeler/dpa
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt? Nein, gar nicht, jedenfalls nicht, wenn man als den Idealtypus der Partei die eierlegende Wollmilchsau betrachtet. Dann nämlich soll doch bitte die SPD wieder schön links, die CDU/CSU wieder brav rechts agieren, die FDP darf ihre Klientel bezirzen, und die Grünen sollen sich auf die Wanderung der Kröten konzentrieren. Die AfD darf alles miteinander irgendwie doof finden. Wie aber soll die Regierungsbildung gelingen, wenn jede Partei stur bei einmal beschlossenen Positionen verharrt?

Es braucht nicht erst das Fest der Liebe, um sich daran zu erinnern, dass der Kompromiss die einzige Waffe ist, die Frieden schafft: Es ist schwer genug, die Meinungen in einem kleinen Kreis unter einen Hut zu bekommen - deutsche Politik aber muss die Interessen von 80 Millionen Menschen austarieren. Das macht sie nicht immer ideal. Aber man kann auch mal anerkennen: Es läuft in vielen der rund 200 Staaten der Welt deutlich schlechter.

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