29.04.2018 - 21:12 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Handelsstreit: Im Handelsstreit mit den USA profitiert Deutschland von Europa

Unterschiedlicher hätten die Besuche des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche im Weißen Haus nicht sein können. Macron kam mit großem Pomp, blieb drei Tage und wurde von Donald Trump als Freund behandelt. Gleichwohl blieb auch der Franzose nicht von Dominanzgesten des Amerikaners verschont. Merkel blieb nur drei Stunden bei Trump - ein Arbeitsbesuch. Dieser verlief zwar deutlich freundlicher an als die erste Begegnung der beiden. Doch in Sachen Handelsstreitigkeiten erreichten beide bisher nichts. Die Europäer bleiben Getriebene der amerikanischen Politik.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Vor diesem Hintergrund sollte sich Deutschland glücklich schätzen, dass es in der Europäischen Union ist. Alleine hätte die Bundesrepublik in der Auseinandersetzung mit den USA über seinen Exportüberschuss deutlich schlechtere Karten. Zumal die Klage über die Ungleichgewichte im Handel auch unter den Vorgängern des Republikaners Trump das deutsch-amerikanische Verhältnis belastet hat.

Allerdings sollte sich niemand Illusionen machen, dass alle EU-Mitglieder in jedem Fall bereit sind, für die Deutschen den Kopf hinzuhalten. Falls der Handelskonflikt eskaliert, würde weit mehr als die deutsche Industrie in Mitleidenschaft gezogen. Die europäische Solidarität wird ihren Preis haben. Angesichts der amerikanischen Klagen über den mangelnden europäischen Verteidigungswillen geht der Blick der Europäer als Erstes ohnehin zu den Deutschen. Als finanzstärkstes Land könnte die Bundesrepublik einiges tun, um Trump zu besänftigen, etwa Rüstungskäufe in den USA.

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