Kommentar zum Konflikt mit Nordkorea
Wie lange wird Donald Trump noch stillhalten?

Eine Eskalation ist laut Duden die "[unkontrollierte] Verschärfung, Ausweitung eines Konflikts". Beim Blick auf Nordkorea und das, was der kindhafte Despot von Pjöngjang mit seinem Raketentest angerichtet hat, fragt man sich, welche Stufe der Eskalation mittlerweile eigentlich erreicht ist - und ob die Situation überhaupt noch unter Kontrolle ist.

Gerade als der Konflikt mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zaghaft an Brisanz zu verlieren schien, legt dieser nach. Wäre seine Rakete nicht über Japan hinweggeflogen, sondern etwa wegen eines technischen Problems in bewohntem Gebiet eingeschlagen, hätten wir längst einen Krieg am Hals. So aber ist der Zwischenfall "nur" eine weitere Stufe auf der Eskalationsskala.

Die Frage ist: Wann ist deren Ende erreicht? Selbst das chinesische Außenministerium sieht nach dem neuerlichen Raketenstart aus dem Norden einen "kritischen Punkt" in diesem Konflikt erreicht. Wie weit lässt sich die Weltgemeinschaft provozieren? Und vor allem: Wie lange wird es Donald Trump bei verbalen Angriffen belassen?

In einer ersten Reaktion betonte der US-Präsident sofort, es seien wieder "alle Optionen auf dem Tisch" - also auch die militärischen. Niemand kann allen Ernstes einen Krieg mit Nordkorea wollen, aber Trump ist leider zuzutrauen, dass er es darauf ankommen lässt. Unvorstellbar? Noch vor einem Jahr konnte sich auch kaum jemand vorstellen, dass der hitzköpfige Milliardär im Oval Office landet. Auch Alpträume werden manchmal wahr.

frank.stuedemann@oberpfalzmedien.de
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