25.03.2018 - 19:10 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum "March for our lives" Worte als Waffe: Die Jugend in den USA macht Hoffnung

Was mag sich Donald Trump in seinem Golfhotel Mar-A-Lago in Palm Beach gedacht haben, als Hunderttausende junge Leute für schärfere Waffengesetze auf die Straße gegangen sind? "Stupid Kids" wahrscheinlich, "dumme Kinder". Rund 1600 Kilometern entfernt von der Luxus-Residenz des US-Präsidenten macht Amerikas Jugend ihrer Sorge Luft, direkt vor dem Weißen Haus in Washington. Ihrer Angst vor noch mehr Amokläufen, vor noch mehr Toten.

von Frank Werner Kontakt Profil
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Ihre Waffen sind ihre Worte - und noch stärker ihr Schweigen. Die Schülerin Emma Gonzalez steht 6 Minuten und 20 Sekunden auf der Bühne und sagt nichts - genau so lange, wie der Schütze von Parkland um sich geschossen hatte. Das sind Bilder, die im Kopf bleiben. Und die Trump Kopfzerbrechen bereiten müssen. Denn manches an diesem Wochenende weckt Erinnerungen an die Macht der Kundgebungen der Bürgerrechtler, die in den Sechzigerjahren Amerika von Grund auf verändert haben.

Auf einen schnellen Erfolg braucht die junge Protestbewegung nicht hoffen. Die Republikaner und mit ihnen die Waffenlobby haben die Mehrheit im Kongress. Und Trumps Dauer-Rotation bei den Beratern weist den Weg hin zu einer Stärkung der Hardliner. Zudem gehören für viele Amerikaner Waffen zum Alltag wie das Butterbrot.

Das Aufräumen mit dem Mythos der scharfen Sheriffs, mit dem Irrsinn der nahezu bedingungslosen Waffenfreigabe berührt das Selbstverständnis der USA. Die Jugend rüttelt an Grundfesten der Geschichte. Und sie berührt die Emotionen. Dieses Problem kann Trump nicht via Twitter lösen - und schon gar nicht im Golfhotel.

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