28.07.2017 - 20:04 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Stuttgarter Urteil zu Fahrverboten Deutschland uneinig Dieselland

Der nächste Tiefschlag für Verkehrspolitiker und Autoindustrie: Das Verwaltungsgericht Stuttgart gibt der Klage der Deutschen Umwelthilfe Recht. Für Stuttgart soll zum 1. Januar ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge verhängt werden - weil sie zu den Hauptverursachern der Luftverpestung zählen. Fahrverbote drohen auch bundesweit.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe vor der Urteilsverkündung mit einem Verkehrverbotsschild mit der Aufschrift «Gilt für Diesel» vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart. Bild: dpa
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Besonders unangenehm für Diesel-Besitzer: Sie müssen künftig nicht nur an Tagen mit überhöhten Schadstoffwerten draußen bleiben - eine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität sei nur durch konstante Aussperrung möglich.

Beim Dieselgipfel kommende Woche in Berlin muss die Industrie darlegen, wie sie Dieselmotoren nachrüstet. Lange Zeit galt die Vorstellung, was für BMW, Mercedes, VW & Co. gut ist, ist auch gut für die Bürger. Eine Win-Win-Situation in Deutschland einig Autoland. Richtiger ist: Die Vorteile lagen einseitig bei den Herstellern. Sie profitierten vom Wegschauen der Aufsichtsräte beim Tricksen und Täuschen. Volkswirtschaftlich können die durch Absprachen und Manipulationen erzielten Gewinne zum Boomerang werden. Das Super-Ingenieur-Image leidet, wenn deutsche Autobauer nicht willens oder fähig sind, umweltkonforme Fahrzeuge zu liefern.

Die Bosse müssen jetzt reinen Tisch und einen klaren Schnitt machen - und sich wieder an die Spitze der technologischen Entwicklung stellen, bevor ihnen Tesla den Rang abläuft.

juergen.herda[at]oberpfalzmedien[dot]de

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