20.03.2018 - 18:46 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Tag gegen Rassismus 365 Mal eine bittere Notwendigkeit

Ach, wie nett: Neuer, Messi, Ronaldo und Co. fordern mehr "Respect". Der Fifa-Spot ist längst zur Routine vor internationalen Fußballspielen geworden. Fast schon ein wenig lästig. Wieso schauen die denn so ernst? Wann ist denn endlich Anpfiff? Erstmal ein Bier aus dem Kühlschrank holen.

Symbolbild.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

So ist das mit dem Appell für mehr Toleranz. Er kann nerven. Aber ist immer wieder aufs Neue richtig und wichtig. Das gilt auch für den Tag gegen Rassismus an diesem Mittwoch. Das ist ein Standpunkt, für den man an 365 Tagen im Jahr eintreten sollte, nicht nur an einem. Schlimm genug, dass darauf hingewiesen werden muss. Die Gründe dafür werden permanent geliefert, global wie auch vor der Haustür.

Da wird doch tatsächlich an einem Weidener Gymnasium über die Sinnhaftigkeit eines Seminars zum Thema "Demokratie erleben, Demokratie leben, Demokratie beleben" diskutiert. Angestoßen von der AfD. Reflexartige Pöbeleien im Netz inklusive. Nicht immer aggressiv, oft subtil. Es ist immer dieser Unterton. Die sozialen Medien sind das Ventil der vermeintlich zu kurz Gekommenen. "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage". Die Notwendigkeit dieser Initiative wird tagtäglich vor Augen geführt. Kleine Bemerkungen gegen Ausländer, Witze gegen Flüchtlinge, Ausgrenzung und Mobbing: Alltag schon auf dem Schulhof.

Das Fischen der Parteien am rechten Rand befeuert diese Stimmung zusätzlich. "Der Islam gehört nicht zu Deutschland." Was sollen die Menschen mit so einem Satz anfangen, wen soll er erreichen? Rassismus fängt mit der Wortwahl an, mit dem Hang zur Pauschalisierung und Diffamierung.

"Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, gleichgültig welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit." Ein Statement von Albert Camus. Man muss kein Literatur-Nobelpreisträger sein wie er, um es auf den Punkt zu bringen. Mehr Empathie und Courage im Alltag reichen schon. Der Tag gegen Rassismus ist eine Erinnerung an eine Selbstverständlichkeit.

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