Kommentar zum US-Waffenrecht
Bislang sind Amerikanern Waffen wichtiger als ihre Kinder

Die Bilder der protestierenden Jugendlichen in Florida sollten niemanden kalt lassen. Die Buben und Mädchen, die das Massaker an der Schule in Parkland überlebt haben, wissen, wovon sie sprechen, wenn sie schärfere Waffengesetze fordern. Zurecht. So wie Tausende andere Schüler, die in den vergangenen fünf Jahren eines der 239 Massaker an Schulen in den Vereinigten Staaten überlebt haben.

Diese erschreckenden Zahlen sollten reichen, um auch den letzten, verbohrten Waffenfanatiker eines Besseren zu lehren. Aber es gibt wenig Hoffnung. Seit Jahren versuchen Opfer von Schießereien und Massakern sowie Politiker und Aktivisten jenseits des Atlantiks, die Waffengesetze zu verschärfen und den Zugang zu Waffen zu limitieren. Der Erfolg: gleich Null.

Auch diesmal wird es nicht über kosmetische Änderungen am Waffenrecht hinausgehen, obwohl sich inzwischen in Umfragen zwei Drittel der amerikanischen Wähler für eine Verschärfung der Gesetze aussprechen. Die amerikanische Gesellschaft huldigt seit Jahrzehnten einer Kultur der Waffen und hat eine Kultur der Gewalt entwickelt. Nirgendwo wird dies deutlicher, als in der Antwort eines in der Oberpfalz stationierten Soldaten, als er vor einem Jahrzehnt auf die Frage nach seinen Ängsten wegen des bevorstehenden Irak-Einsatzes antwortete: Ich komme aus Chicago, dort sterben mehr Menschen als Soldaten im Irak.

Die Wahl, vor der die Amerikaner gestellt sind, ist einfach. Ist ihnen eine unbeschwerte und friedliche Jugend ihrer Kinder wichtiger oder das Recht, unbegrenzten Zugang zu Waffen zu haben. Für die meisten Menschen ist die Antwort einfach: die Jugend ihrer Kinder. Die Antwort der mächtigen Waffenlobby in den USA ist bekannt: Zugang zu Waffen. Deshalb kommt es auf die Kinder und Jugendlichen in den USA an. Es geht um ihre Zukunft.
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A. Schmigoner aus Schmidgaden | 21.02.2018 | 23:53  
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