06.03.2018 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Annäherung in Korea Zentimeter gegen Lichtjahre

Es ist ein kleiner, ein klitzekleiner Schritt in Richtung Entspannung. Aber auch nicht mehr. Zwischen den Standpunkten Nordkoreas und Südkoreas liegen Lichtjahre. So gesehen ist das jetzt geplante Treffen vielleicht ein Zentimeter, möglicherweise noch ein Meter. Nord und Süd reden immerhin wieder miteinander, nach Jahren des Schweigens, des Säbelrasselns und der Angst vor einer weiteren Konfrontation. Die Teilnahme nordkoreanischer Sportler an den Olympischen Spielen im Süden war ein erstes Anzeichen für Tauwetter.

von Alexander Rädle Kontakt Profil
Kommentar

Euphorie ist dennoch fehl am Platz. Eine wesentliche Forderung der USA und Südkoreas ist, Nordkorea solle von seinem Atomprogramm abkehren. Nach allem, was man über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un weiß, scheint das eher unwahrscheinlich. Gleichzeitig aber könnte sein Atomprogramm der bedeutendste Hebel für Entspannung sein. Denn auch China missbilligt dies. Gleichzeitig ist Kims Land wirtschaftlich von China abhängig. Soll das marode Nordkorea nicht komplett zusammenbrechen, wird er sein Land selbst aus der Isolation führen müssen.

Vor einer in ferner Zukunft liegenden möglichen Wiedervereinigung beider Länder gilt es jedoch, die ideologischen Gräben zuzuschütten - und nach 65 Jahren endlich einen Friedensvertrag zu schließen.

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