26.03.2018 - 22:20 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Ausweisung russischer Diplomaten Westen zeigt Russland die gelbe Karte

Die Ausweisung russischer Diplomaten aus mehr als einem Dutzend EU-Ländern und der Rauswurf russischer Geheimdienstmitarbeiter aus den USA läutet eine neue Runde in den Auseinandersetzungen mit Russland ein. Wie Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte, zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde mitten in Europa ein chemischer Kampfstoff eingesetzt.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Der Mordanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter lässt erschaudern. Nicht nur, weil versucht wurde, sie umzubringen, sondern weil in Kauf genommen wurde, dass Dutzende Bewohner in Salisbury ebenfalls getötet oder zumindest schwer vergiftet werden. Den Menschen in der englischen Kleinstadt blieb dies erspart, aber ein Polizist, der helfen wollte, war schwer verletzt worden.

Nicht nur in diesem Fall, auch bei vielen Hacker-Angriffen auf westliche Einrichtungen, darunter auch auf den Bundestag, führen die Spuren nach Russland. Die Führung im Kreml, allen voran der russische Präsident Wladimir Putin, haben in den vergangene Jahren wenig getan, um die Vorfälle zu klären.

Das Abstreiten und das Beschuldigen anderer hat Methode. Zur Erinnerung: Den Einsatz russischer Soldaten, der "grünen Männchen" auf der Krim hat Wladimir Putin lange abgestritten. Dann wurde die Halbinsel annektiert - und ein Jahr danach lobte der russische Präsident im Interview den Einsatz.

Auch im Fall des Hackings im US-Wahlkampf sind für Putin andere verantwortlich, Ukrainer und Tataren sowie Juden. Im Fall Skripal könnte Putins Taktik an ein Ende kommen. Die Belege müssen überzeugend sein, sonst gäbe es nicht diese einhellige Reaktion des Westens.

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