04.05.2018 - 18:18 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Bundeswehrreform Von der Leyens letztes Aufgebot

Bei der Bundeswehr herrscht Mangelwirtschaft. Und das seit Jahren. Es fehlt an allem - von warmen Unterhosen bis zu funktionstüchtigen Panzern und Hubschraubern. Der jüngste Bericht des Wehrbeauftragten liest sich wie ein Offenbarungseid.

von Albert Franz Kontakt Profil

Und was tut Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen? Sie plant einen radikalen Umbau, eine große Bundeswehrreform. Weg von der Fokussierung auf Auslandseinsätze wie im Kosovo oder Afghanistan, zurück zu Landesverteidigung und Bündnisaufgaben.

Der Strategiewechsel dürfte der letzte Versuch von der Leyens sein, um deutlich mehr Geld und Personal für die Bundeswehr herauszuschlagen. Denn die Mutter der Truppe kann immer weniger von ihren eigenen Fehlern ablenken. Schließlich ist sie nicht erst seit gestern, sondern seit mehr als vier Jahren im Amt. Bei den Soldaten ist sie längst als Ankündigungsministerin verschrieen. Den zahllosen Versprechungen und Imagekampagnen sind kaum substanzielle Verbesserungen gefolgt. Solange sich die Bundeswehr Hubschrauber vom ADAC leihen muss, nur 26 von 93 deutschen Tornados einsatzbereit sind und ein Drittel der Schützenpanzer auf die Reparatur warten, ist es nicht weit her mit der Abschreckung.

Die Ministerin konnte und kann den Grundwiderspruch deutscher Verteidigungspolitik nicht lösen: Moralisch will das Land eine Supermacht sein, militärisch aber kommt es über Alibi-Einsätze kaum hinaus. Ehrlicher wäre es, Deutschland würde sich als europäische Sanitätskolonne anbieten.

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