Kommentar zur Deabtte um Facebook
Gegen Gewalt, Hass und Lügen: Zuckerberg muss endlich handeln

Angeblich wollte Mark Zuckerberg ja Gutes tun, einen Beitrag leisten für eine bessere Welt, eine demokratischere Gesellschaft, vielleicht sogar denen eine Stimme geben, die bisher nicht gehört wurden. Edle Motive, auch wenn er mit Facebook vor allem eines gemacht hat: ein Milliardenvermögen.

Hinter den Milliarden tun sich menschliche Abgründe auf. Zuckerberg hat mehr geschaffen als eine Plattform für putzige Katzenfotos, atemberaubende Sonnenuntergänge, Kochrezepte und Eitelkeiten aller Art. Er hat ein Ventil geschaffen auch für niederste Instinkte: Bilder von Enthauptungen, Gewaltvideos, Kinderpornografie, Hasskommentare - und die Lüge.

Das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" hat in seiner jüngsten Ausgabe einen Einblick gewährt in das Netz des Bösen. Die Autoren sprachen mit Mitgliedern des Facebook-"Löschtrupps". Zwischen 200 und 600 Mitarbeiter - so genau weiß das offenbar niemand - wachen angeblich allein in Berlin über die deutschsprachigen Inhalte. Offenbar ein Höllenjob, ein aussichtsloser Kampf. Denn Facebook kommt gar nicht nach mit dem Löschen. Und mit seinen "Gemeinschaftsstandards" macht sich die Plattform eigene Gesetze. Gesetze, die noch dazu geheim sind. Denn niemand soll wissen, wer was warum löscht. Transparenz sieht anders aus.

Als Geschäftsmodell ist Facebook sicher unschlagbar. Die Plattform, das war Zuckerbergs Coup, hat Suchtpotenzial. Aber wenn Zuckerberg nur den Hauch von Verantwortungsgefühl hat, wird er eine Lösung finden müssen, wie er Facebook wieder mit der Menschenwürde und dem Rechtsstaat aussöhnt. Mit Zensur hat das herzlich wenig zu tun. Es geht darum, dass es für Gewalt, Hetze, Wahlmanipulationen und Lügen schlichtweg keine Plattform geben darf.

albert.franz@oberpfalzmedien.de
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