27.02.2018 - 18:12 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Fahrverbotsentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Der Warnschuss für den Diesel ist gefallen

Seit es massenhaft Automobile mit Verbrennungsmotoren gibt, herrscht wenig Zweifel daran, dass das, was bei ihnen hinten rauskommt, der Gesundheit des Menschen nicht zuträglich ist. Weniger freundlich formuliert: Es ist seit ewigen Zeiten bekannt, dass Autoabgase schädlich sind und dass daher vor allem Stadtbewohner mehr Gifte einatmen als vertretbar ist. Dass also das langfristige Ziel zwangsweise sein muss, Dreckschleudern aus den Innenstädten zu verbannen, liegt auf der Hand.

von Frank Stüdemann Kontakt Profil

Die Autohersteller hatten genug Gelegenheit, Fahrzeuge zu entwickeln, die nicht nur in Werbeprospekten sauberer dastehen, sondern tatsächlich umweltschonender sind. Erreicht haben sie - gemessen an der zur Verfügung stehenden Zeit - fast nichts. Auch der Gesetzgeber hätte längst auf die immer wieder überschrittenen Luftverschmutzungs-Grenzwerte reagieren und bundesweit einheitliche Regelungen schaffen müssen.

Jetzt müssen München, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin und all die anderen von Abgasen geplagten Städte die Sache eben selbst in die Hand nehmen. Die Deutsche Umwelthilfe hat durch ihre Beharrlichkeit dafür den Weg geebnet, und das Bundesverwaltungsgericht hat am Dienstag diesen Weg juristisch freigemacht. Das bedeutet ja nicht, dass Dieselfahrer ab sofort ihr Fahrzeug am Ortsschild abstellen müssen. Aber sie können schon mal langsam anfangen, sich nach Alternativen umzusehen. Der Warnschuss jedenfalls ist nicht zu überhören.

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