30.06.2017 - 18:08 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur gleichgeschlechtlichen Ehe Die Ehe für alle ist ein konsequenter Schritt

Gefeiert wurde schon am Freitag, geheiratet werden wird wohl frühestens im Herbst. Denn das Gesetz zur "Ehe für alle" tritt erst drei Monate nach Verkündigung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Seine Verabschiedung durch den Bundestag ist ein konsequenter Schritt, nachdem in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt die Diskriminierung Homosexueller und gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aufgehoben wurde - zum Teil auch auf Druck des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe.

von Alexander Pausch Kontakt Profil
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Gleichwohl ist auch mit der "Ehe für alle" noch lange keine umfassende Akzeptanz garantiert. Zumal hierzulande die Aggressivität gegen Homosexuelle zugenommen hat. Damit bleibt die gesellschaftliche und politische Aufgabe bestehen, für Toleranz zu werben und einzutreten. Das neue Gesetz könnte dabei helfen. Unabhängig davon geht das rechtliche Tauziehen allerdings weiter. Einige konservative Politiker aus CDU und CSU haben bereits angekündigt, vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen. Sie zweifeln die Verfassungsmäßigkeit an und sehen den grundgesetzlichen Schutz der Ehe von Mann und Frau gefährdet.

Sollte aber der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, recht haben, gäbe es eine krachende Niederlage für die SPD und vor allem aber für diejenigen, die jetzt ihre Hoffnungen auf die Zulassung der "Ehe für alle" richten. Denn ob es im nächsten Bundestag eine verfassungsändernde Mehrheit gibt, ist noch nicht ausgemacht. Zumal das Vorgehen der Sozialdemokraten in dieser Woche bei vielen in der Union Narben hinterlassen haben dürfte.

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