Kommentar zur Groko
Merkels große Niederlage

(Foto: Karikatur: Tomicek)

Sie haben sich mit letzter Kraft ins Ziel gerettet: Die Groß-Koalitionäre sind blass um die Nase, als Weißer Rauch aus dem Konrad-Adenauer-Haus steigt und das Ende der Verhandlungen verkündet wird. Mehr als vier Monate nach der Bundestagswahl werden die Verlierer des entnervenden Ringens um die Macht deutlich: Es sind Angela Merkel und die CDU.

Die Bundeskanzlerin kann froh sein, dass ihre Parteimitglieder nicht über den Koalitionsvertrag abstimmen. Offenbar aus Angst vor einem Scheitern des SPD-Votums wurden den Genossen personell enorme Zugeständnisse gemacht. Außen, Finanzen und Familie an den 20-Prozent-Partner, darüber hinaus Arbeit, Umwelt und Justiz. Ein ganz schönes Pfund für die magersüchtige SPD.

Aber auch im Willy-Brandt-Haus wird es weiter Turbulenzen geben. Wenn Horst Seehofer als Drehhofer verspottet wird, was ist dann erst mit Martin Schulz? Er werde nie in eine Regierung Merkel eintreten, hatte der Noch-SPD-Chef am 25. September 2017 getönt. Jetzt bekommt Schulz den populären Posten des Außenministers, stellt Sigmar Gabriel, der sich im Amt freigeschwommen hatte, aufs Abstellgleis. Die Erneuerer dürfen Andrea Nahles und Olaf Scholz spielen. Schulz ist fein raus. Nur: Wenn die SPD-Mitglieder tatsächlich Nein zur Groko sagen, fliegt der Laden sowieso auseinander.

Und Horst Seehofer? Als Super-Bundesinnenminister ist er Deutschlands Sheriff Nummer eins, hat das Über-Thema Migration unter seinen Fittichen. Wahrlich kein schlechtes Austragsstüberl.
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