15.01.2018 - 17:50 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur internationalen Politik: Ein neues Jahr, eine neue Außenpolitik? Mitnichten

Der amerikanische Präsident macht es dem russischen Außenminister einfach. Für einen erfahrenen Diplomaten wie Sergej Lawrow ist es angesichts der aggressiven Rhetorik von Donald Trump ein Leichtes, den größten Störenfried der internationalen Ordnung im Weißen Haus auszumachen. Syrien, Iran und Nordkorea - immer sind es aus russischer Sicht die USA, die die Konflikte anheizen.

von Alexander Pausch Kontakt Profil
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In der Tat scheint es, als würden selbst seine eigenen Leute den Kopf über Donald Trump schütteln. Während sich der US-Präsident kraftmeierische Rededuelle mit dem nordkoreanischen Machthaber liefert, versucht der amerikanische Außenminister Rex Tillerson einen Verhandlungsprozess mit Pjöngjang anzustoßen - auch mit der Hilfe von Lawrow.

In Nordkorea hat Russland offenbar besonderen Einfluss. Moskau spielt eine undurchsichtige Rolle. Raketenexperten argumentieren, die jüngsten Fortschritte hätte Nordkorea ohne Hilfe von außen nicht so schnell erreichen können. Schließlich sind weitaus besser entwickelte Länder bisher nicht so weit gekommen. Die Verdächtigen sitzen nach dieser Lesart in Peking und in Moskau. Zumindest Letzteren kommt es zupass, wenn die USA im Pazifik beschäftigt sind und der Rivale China einen Unruheherd an seiner Südgrenze hat.

Moskau hat sich längst auf die Militarisierung der Außenpolitik eingestellt, die wegen des seit bald 17 Jahren laufenden Kriegs gegen den Terror begann. Der Konflikt in der Ost-Ukraine, die Annexion der Krim und das Engagement in Syrien sind Beispiele dafür, dass Russland unter Wladimir Putin im Ringen um Einflusszonen auch mit harten Bandagen kämpft. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Putin will weiter Präsident bleiben. Ebenso wenig wird Trump einen neuen Ton anschlagen. Die Welt bleibt ein ungemütlicher Ort.

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