28.12.2017 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Kritik an Kardinal Woelki Soziale Gerechtigkeit - ein Fundament ist die Bibel

Kirche ja, aber bitte nur wenn das Prädikat "christlich" Wählerstimmen bringt? So mag sich Julia Klöckner das vielleicht vorgestellt haben. Gut möglich auch, dass sie das mit dem christlich-demokratischen Gedankengut nicht ganz verstanden hat. Sie wirft den Kirchen vor, sie übernähmen parteipolitische Programme, hat aber offenbar ganz wesentliche Pfeiler der christlichen Religion nicht verinnerlicht. Wir erinnern uns: Menschen ohne Heimat ein Obdach geben - ein christlicher Wert, der auch in der Weihnachtsgeschichte verankert ist. Mit den Armen und Schwachen teilen - da war doch was mit St. Martin.

von Alexander Rädle Kontakt Profil
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Wenn also Kardinal Woelki bezahlbaren Wohnraum anmahnt, wenn er kritisiert, dass sich selbst Durchschnittsverdiener kein Dach mehr über dem Kopf leisten können, dann muss er dazu kein Programm von SPD, Jusos, Grünen oder Linken bemühen. Er kann das alles mühelos aus der Bibel herleiten. Diese verlangte schon vor 2000 Jahren soziale Gerechtigkeit. Zu Zeiten also, als es noch keine Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten gab.

Spitzenpolitiker und Chefredakteure, die sich bei Predigten in Juso-Kundgebungen statt in Gottesdiensten wähnen, müssen sich schon an die eigene Nase fassen. Die Zeit zwischen den Jahren eignet sich vorzüglich zur Besinnung - etwa auf demokratische Werte wie Meinungsfreiheit, die auch für Pfarrer gilt. Oder zur Besinnung auf persönliche Eigenschaften wie Kritikfähigkeit. Oder einfach zur Reflexion: Die von den Kirchen angeprangerten Missstände existieren ganz offensichtlich. Mäkeln hilft da nicht weiter. Und der Glaube an Markttheorien ganz offensichtlich auch nicht.

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