Kommentar zur US-Nuklearstrategie
Das unheimliche Déjà-vu des atomaren Wettrüstens

Der amerikanische Elefant poltert weiter durch den globalen Porzellanladen. Mit welchem Recht will die Trump-Regierung eigentlich anderen Ländern das nukleare Rüsten verwehren, wenn die USA selbst ihr Arsenal sogar noch erweitern, statt es zu verkleinern? Es spielt keine Rolle, ob Donald Trump seine Armee nur mit "kleineren" Waffen ausstaffieren will - es sind und bleiben Instrumente mit verheerendem Vernichtungspotenzial.

Wenn Amerika dann auch noch Russland als Hauptgegner definiert und aus Moskau die Drohung zurückschallt, man werde entsprechend auf die neue Bedrohung reagieren, ist das unheimliche Déjà-vu perfekt: Der Rücksturz in die Zeit des atomaren Wettrüstens hat begonnen.

Die Strategie hinter den Plänen Washingtons leuchtet ein: Wenn die USA erst präzisere Atomwaffen haben, müssen ihre Gegner umso mehr fürchten, dass sie auch eingesetzt werden - weil die Hemmschwelle sinkt. Schon als Präsidentschaftskandidat hatte Trump sich 2016 bei seinen Beratern erkundigt, warum man Atomwaffen habe, sie aber nicht benutze. Hysterie mag wegen solcher Äußerungen fehl am Platze sein. Dennoch hat die Welt allen Grund, besorgt zu sein. Sehr besorgt.
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