Kommentar zur US-Wahl
Donald Trump, Wladimir Putin und wer wessen Pudel ist

Noch träumen einige in den USA von einer Zeit ohne einen Präsidenten Donald Trump. Sie setzen auf die Wahlmänner. Die Hoffnung: Die 538 Männer und Frauen, die sich an diesem Montag treffen, könnten sich gegen den Republikaner aussprechen. Eine Illusion. Bislang hat ein Einziger aus dessen Lager erklärt, er werde nicht für Trump stimmen. Es müssten aber 37 die Seite wechseln.

Selbst für den Fall, dass Trump die notwendigen 270 Wahlmänner-Stimmen verfehlen sollte, ist der 70-Jährige nicht zu stoppen. Das letzte Wort hat das Repräsentantenhaus. Dort haben die Republikaner die Mehrheit. Sie werden kaum ihren Präsidenten schassen. Nicht so kurz vor dem Ziel.

Gleichwohl zeichnen sich die Bruchlinien schon ab. Als Präsident wird Trump mit dem System noch heftig streiten. Die Forderung von 40 Wahlmännern aus beiden Parteien nach mehr Informationen über die russische Einmischung in den Wahlkampf ist nur ein Symbol, aber ein mächtiges. Führende Republikaner wie Senator Lindsey Graham (North Carolina) fordern, dass die "Russen einen Preis zahlen" müssen. Nicht nur er will Trump ein entsprechendes Gesetz vorlegen.

Trumps Schwenk in der China-Politik, seine Nominierung eines Außenministers, der vom russischen Präsidenten mit dem Freundschaftsorden geehrt wurde, alarmiert Washington. Das Wort von "Trump als Putins Pudel" macht die Runde. Das verträgt sich nicht mit der Eitelkeit des Milliardärs. Doch auch er dürfte bald mit Wladimir Putin aneinander geraten. Schließlich kennzeichnet beide ein übersteigertes Geltungsbedürfnis. Das verträgt sich nicht.

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