Kommentar zur Wohnungsnot
Sozialen Wohnungsbau nicht nur Investoren überlassen

Bayern braucht mehr sozialen Wohnungsbau. Wenn das Uwe Brandl, Gemeindetagspräsident und CSU-Politiker, feststellt, ist auch die CSU-Staatsregierung gut beraten, das Thema endlich anzugehen. Erst am Wochenende hat SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher moniert, Bayern habe seine Mittel für den Wohnungsbau im laufenden Jahr von 160 auf 87 Millionen Euro gesenkt. Mittlerweile fehlten in Bayern 100 000 Wohnungen, rechnet die SPD vor.

Jedes Jahr fallen Tausende Wohnungen aus der Sozialbindung, werden aber nicht in gleichem Umfang durch neu errichtete Wohnungen ersetzt. Die Folge: Für Bedürftige wird es von Jahr zu Jahr schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Zur Gruppe der Betroffenen gehören neben Flüchtlingen auch Alleinerziehende, Geringverdiener und Studenten. Steuerliche Vergünstigungen für institutionelle Anleger sind sicherlich ein Hebel, den es anzusetzen gilt. In gleichem Maße aber sind Bund, Länder und Kommunen gefordert, den sozialen Wohnungsbau auch wieder als gesellschaftliche Aufgabe zu sehen. Wären in den vergangenen Jahrzehnten nicht so viele kommunale Wohnungen versilbert worden, würde sich die Situation heute wohl kaum so dramatisch darstellen.
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A. Schmigoner aus Schmidgaden | 19.10.2017 | 19:02  
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