04.09.2017 - 22:24 Uhr
Deutschland & Welt

Krise wegen Nordkorea Kim Jong Un "bettelt um Krieg"

Alle Seiten sind sich einig: Der Nordkorea-Konflikt ist militärisch nicht zu lösen. Der UN-Sicherheitsrat tagte zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit in einer Dringlichkeitssitzung. Vor allem die Vertreterin der USA findet deutliche Worte.

Donald Trump erwägt, den Handel mit allen Ländern zu unterbrechen, die "Geschäfte mit Nordkorea machen". Archivbild: Alex Brandon/dpa
von Agentur DPAProfil

New York/Bern. Die USA werfen Nordkorea vor, mit fortgesetzten Atom- und Raketentests einen Krieg provozieren zu wollen. Pjöngjangs Machthaber Kim Jong Un "bettelt um Krieg", sagte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. China und Russland riefen dazu auf, trotz neuer Provokationen aus Pjöngjang einen kühlen Kopf zu bewahren.

China will Chaos vermeiden

Kim Jong Un hatte nach Angaben aus Pjöngjang am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi mahnte vor dem UN-Sicherheitsrat in New York trotz der neuerlichen Provokation Nordkoreas eine friedliche Lösung des Konfliktes an. Dies müsse im Dialog auf eine Initiative Chinas und Russlands geschehen. "Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben." Alle an dem Konflikt beteiligten Seiten müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken. Nordkorea müsse sich dem Willen der internationalen Gemeinschaft stellen. Die Situation verschlechtere sich, "noch während wir hier sprechen", sagte er.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte: "Wir müssen unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und ein Vorgehen vermeiden, das zu weiteren Spannungen führen kann." Man dürfe sich nicht von Emotionen übermannen lassen. Der Konflikt habe ein gefährliches Stadium erreicht, sagte Nebensja. "Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben", sagte Haley, "aber die Geduld unseres Landes ist nicht grenzenlos." Ihr japanischer Kollege Koro Bessho drängte das höchste Entscheidungsgremium der UN, den "größtmöglichen Druck" auf Nordkorea auszuüben, damit Pjöngjang sein Nuklearprogramm reduziert. Der britische Botschafter Matthew Rycroft erinnerte daran, dass der Sicherheitsrat bereits mehrfach Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt habe, ohne damit ein Einlenken der Nordkoreaner zu erreichen.

"Robuste" Sanktionen

Noch vor Beginn der Dringlichkeitssitzung hatten der französische und der britische UN-Botschafter weitere "robuste" Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang gefordert. Auch die EU sollte mehr Druck ausüben und Machthaber Kim Jong Un so an den Verhandlungstisch zurückholen, sagte Frankreichs UN-Botschafter François Delattre zu Journalisten.

Die USA erwägen, "allen Handel mit Ländern einzustellen, die Geschäfte mit Nordkorea machen", wie US-Präsident Donald Trump auf Twitter mitteilte. Eine Unterbrechung des Handels würde besonders China treffen, über das rund 90 Prozent der nordkoreanischen Ein- und Ausfuhren laufen. Ein derart weitreichender Schritt ist allerdings wenig realistisch, weil er nicht nur der amerikanischen Wirtschaft selbst schaden würde, sondern auch der Weltwirtschaft.

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