18.03.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Kurdische Stadt in Syrien eingenommen Türkische Armee erobert Afrin

Istanbul. Knapp zwei Monate nach dem Beginn der Offensive in Nordwestsyrien haben die türkische Armee und verbündete Rebellen die kurdische Stadt Afrin eingenommen. Das Stadtzentrum sei seit 8.30 Uhr Ortszeit "vollkommen" von türkischen Einheiten eingenommen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Einnahme des Stadtzentrums. Es habe am Sonntag noch vereinzelt Kämpfe mit kurdischen Einheiten gegeben. Ein Sprecher der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) dagegen räumte keine Niederlage ein und rief zum Widerstand auf.

Kämpfer der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee feiern vor einer Statue von Kawa, einer Gestalt aus der kurdischen Mythologie, bevor sie diese zerstören. Bild: Hasan Kirmizitas/dpa
von Agentur DPAProfil

Die Türkei hatte den Militäreinsatz gegen die Kurdenmiliz YPG am 20. Januar begonnen. Sie sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation und begründet den Einsatz mit Selbstverteidigung. Die PKK steht in der Türkei, Europa und den USA auf der Terrorliste. Die YPG ist wichtiger Partner der USA im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Am Samstag hatte ein Angriff auf ein Krankenhaus in Afrin für Aufregung gesorgt. Während die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und ein Arzt in Afrin von 16 Toten durch türkischen Beschuss berichteten, dementierten die türkischen Streitkräfte den Angriff. Auch in dem Rebellengebiet Ost-Ghuta nahe Damaskus waren am Samstag erneut rund 10 000 Personen vor Kämpfen geflohen, berichteten die Menschenrechtsbeobachter.

Am Samstag demonstrierten in mehreren deutschen Städten Tausende Menschen gegen die türkischen Angriffe auf Kurden in Syrien. Die Proteste verliefen trotz einzelner Zwischenfälle ohne größeren Krawalle. Die Demonstranten verlangten auch ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an die Türkei.

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