Landesminister wünscht Wechsel an Parteispitze "ohne Schmerzen"
"Es rumort mächtig in der CDU"

Parteiintern gibt es heftige Kritik an der CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bild: Britta Pedersen/dpa

Berlin/Stuttgart. Verhandeln, bis es quietscht", hatte SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles vor den Koalitionsverhandlungen versprochen. Nach der Einigung quietscht es mächtig in der SPD - aber auch in der CDU. Parteiintern kritisiert wird hier unter anderem der Verlust des Ressorts Finanzen an die SPD. Die SPD, die bei der Bundestagswahl deutlich schwächer abgeschnitten hatte, bekommt daneben dazu noch die wichtigen Ministerien für Äußeres und Arbeit und Soziales. Der frühere Unionsfraktions-Chef Friedrich Merz sagte der "Bild"-Zeitung: "Wenn die CDU diese Demütigung auch noch hinnimmt, dann hat sie sich selbst aufgegeben." Der Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte dem Blatt: "Die CDU ist damit innerhalb des Regierungsapparats strukturell geschwächt und verliert an Einfluss." Der JU-Vorsitzende Paul Ziemiak forderte noch vor dem Parteitag am 26. Februar von der Parteispitze um Kanzlerin Angela Merkel ein Zeichen der Erneuerung. Er sagte, zwar habe die CDU bei den Koalitionsverhandlungen inhaltlich vieles erreicht. "Aber nach der Ressortaufteilung ist die Stimmung nun mal in der Union sehr, sehr schlecht, und wir brauchen jetzt Zeichen der Erneuerung." Auch der CDU-Bundestagsabgeordneter Kai Wegner forderte eine inhaltliche und personelle Neuaufstellung der Partei. "Es rumort mächtig in der CDU", erklärte er. Die Menschen hätten das Gefühl, dass die Partei keine Kernthemen mehr habe und ihre Grundüberzeugungen verkaufe. Peter Hauk, Agrarminister in Baden-Württemberg, ist für einen Wechsel an der Parteispitze. "Angela Merkel sollte die Zeichen der Zeit erkennen und einen Übergang in dieser Legislaturperiode schaffen", sagte Hauk am Freitag in Stuttgart. Er wünsche sich einen Wechsel innerhalb der nächsten dreieinhalb Jahre.

2 Kommentare
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Johann Strasser aus Winklarn | 10.02.2018 | 09:29  
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A. Schmigoner aus Schmidgaden | 14.02.2018 | 22:46  
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