04.02.2018 - 21:20 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief "Die Lust am Regieren verloren"

Zum Thema Regierungsbildung:

von Externer BeitragProfil

Die derzeitige Regierungsform ist unserer Kanzlerin wie auf den Leib geschneidert, denn eine geschäftsführende Regierung soll einfach - nichts tun. Nichts entscheiden, keine Gesetze auf den Weg bringen, nur die Sitzpolster auf der Regierungsbank warm halten für die nächste richtige, also regierende Regierung.

Es scheint, dass viele Politiker mittlerweile aber die Lust am Regieren verloren haben, weil wir Bürger gemerkt haben, dass es sich auch so ganz gut lebt. Keiner erhöht die Steuern, beschließt eine Maut oder denkt sich so was Absurdes wie TTIP aus.

Folglich verbreitet sich in der Politikergilde die Angst, gar nicht mehr gebraucht zu werden. Christian Lindner begründete als Erster seinen Rückzug aus den Jamaika-Sondierungen damit, dass er viel nützlicher wäre, wenn er opponiere statt regiere. In der SPD sind viele jetzt der Meinung, dass - frei nach Franz Müntefering - Regieren Mist ist. Sogar Horst Seehofer wird sein geliebtes Ministerpräsidentenamt abgeben. Wer sich jetzt noch als regierungswillig outet, wie zum Beispiel Markus Söder, hat scheinbar noch nicht bemerkt, wie uncool so was inzwischen rüberkommt. Immerhin hat aber auch Söder schon angekündigt, dass er diesen Job höchstens zehn Jahre machen will.

Bald wird Deutschland bei internationalen Konferenzen als Mitglied der NGOs (Nongovernmental Organizations) auftreten. In anderen Ländern, allen voran in den USA, wird man uns um diese einzigartige Errungenschaft beneiden.

Ulrich Lommer, 92237Sulzbach-Rosenberg

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