04.02.2018 - 21:20 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief Ein "ungeheuerlicher Vorgang"

Zu "Oberpfälzer Jusos trommeln gegen Groko":

von Externer BeitragProfil

Die Aktion der Jusos lässt meine Zornesader schwellen. Der ohnehin schon arg gebeutelte SPD-Wähler muss nun einen weiteren Tiefschlag einstecken. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der in der wechselvollen Geschichte der Volkspartei ohne Beispiel sein dürfte.

Die Yuppie-Riege - die sich gern "Jungsozialisten" nennt - startet eine Aktion, die unsere Demokratie schlichtweg pervertiert. Die politischen Grünschnäbel heuern (unbezahlte) Söldner an, in die Partei einzutreten und bei der Parteiabstimmung gegen eine Regierungsbildung mit der Union zu stimmen.

Ich hoffe, dass dem abstrusen Aufruf nur viele selbst ernannte "Protestwähler" der letzten Bundestagswahl folgen. Wähler, die aus welchen naiven Gründen auch immer die AfD wählten. Das wäre eine adäquate Quittung für diese beispiellose Aktion. Mein Respekt aber gilt den Verantwortlichen in der SPD, die - nach der vorschnellen und unüberlegten Absage des Herrn Schulz an eine Große Koalition unmittelbar nach der Bundestagswahl - sich schließlich der Verantwortung bewusst wurden und Vernunft über parteipolitisches Gezänk stellten. Die Jusos wittern hier wohl ihre Chance, die "alte Garde" der SPD kaltzustellen bis man sie selbst politisch ernst nimmt.

Wo bleibt der Aufschrei derer in der SPD, die in harten, zeit- und kraftraubenden Verhandlungen ein respektables, tragfähiges Ergebnis ausgehandelt haben? Schließlich hatte man sich nicht nur mit Sachargumenten auseinanderzusetzen, sondern zum Beispiel auch die unqualifizierten Ausfälle des bayerischen Rumpelstilzchens Dobrindt zu ertragen. Ich wünsche der SPD, dass sie den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht und die Querschüsse souverän pariert. Ich werde aber auch zukünftig meine Stimme Frau Merkel und deren Partei geben.

Erich Wein, 92224 Amberg

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