12.03.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief "Militärs sind gefragt, um Eskalation zu verhindern"

Zur Leserzuschrift "Wer bedroht wen?":

von Externer BeitragProfil

Diesen Beitrag eines Lesers aus Sulzbach-Rosenberg möchte ich nicht unkommentiert lassen. Der Verfasser erläutert die steigenden Rüstungsausgaben der USA im Vergleich zu Russland und China. Ich möchte den Lesern einige Details aus der Vergangenheit aufzeigen. Zu Beginn des Kalten Krieges waren in Ostdeutschland noch 1,8 Millionen sowjetische Soldaten als Besatzungsmacht stationiert. Dem gegenüber standen später 250 000 amerikanische Soldaten. Dazu kamen dann noch britische und französische Truppen und andere Nato-Soldaten.

Damals ging es darum, die Grenze zu Westdeutschland zu schützen. Gerade wir in der Oberpfalz dürfen uns glücklich schätzen, diese Streitmacht an unser Seite gehabt zu haben. 1994 sind die letzten russischen Soldaten aus Ostdeutschland abgezogen, im Gegenzug wurde die Präsenz der Amerikaner, Briten, Franzosen, Kanadier und anderer Nato-Einheiten drastisch reduziert. 2012 kam es erneut zu einem großen Abzug von US-Einheiten aus Deutschland. Zwei schwere Kampfbrigaden wurden in die USA zurückverlegt und teilweise aufgelöst.

2014 hat Putin die Krim völkerrechtswidrig überfallen und besetzt und einen Bürgerkrieg in der Ukraine angezettelt, der bis heute andauert. Im gleichen Atemzug lässt er schwerste Waffen an der Grenze zur Nato, sprich Litauen, Lettland und Polen, aufmarschieren und übt in groß angelegten Militärmanövern den Überfall auf diese Länder. Lettland, Litauen und Polen haben ein berechtigtes Interesse auf den Beistand der Nato. Wenn nun Putin in einer Propaganda-Vorstellung seine neuesten Intercontinental-Raketen und Torpedos anpreist, die groß angekündigt gegen die USA gerichtet sind, darf man sich nicht wundern, wenn die Vereinigten Staaten und vor allem die Nato ihre Präsenz wieder erhöhen.

In Zeiten des Kalten Krieges waren es Präsidenten wie J. F. Kennedy und Ronald Reagan sowie Michail Gorbatschow, die besonnen reagiert und dem Frieden eine Chance gegeben haben. Heute, im Zeitalter von Trump und Putin, sind es die Militärs, die gefragt sind, um eine Eskalation zu verhindern.

Hermann Stauber, 92533 Wernberg-Köblitz

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