Leserbrief
Rechtsradikale die "Hausmacht"

Lesermeinung zu den Vorgängen in Charlottesville:

Hatte Goethe dunkle Ahnungen, als er den Zauberlehrling in einem Gedicht sagen ließ: "Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los"? Donald Trump plagt genau dieses Problem, das er selbst heraufbeschworen hat. Die rassistischen Rechtsradikalen in den USA, ob Alternative Right, Ku-Klux-Klan oder rechtsradikale Medien, sind eine ernst zu nehmende Macht. Und mit seinen Slogans "America first" und "Make America great again" hat sich Trump praktisch als einen der ihren angedient. Sie waren es schließlich, die ihm die Steigbügel gehalten und ihn in das für ihn viele Nummern zu große Amt gehievt haben. Und noch immer sind sie seine Hausmacht. Ohne ihr Wohlwollen würde sein "Beliebtheitsgrad" auch im eigenen Land vermutlich auf einen einstelligen Prozentwert fallen. Der Milliardär Trump scheint nichts mehr zu fürchten, als in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Er wagt es nicht, die rechte Gewalt beim Namen zu nennen. Ein selbst heraufbeschworenes Dilemma. Auch für seinen Stab. Der besteht wohl zu 80 Prozent aus Menschen, die im Hintergrund mühsam versuchen, das Porzellan, das er permanent zerschlägt, wieder zu kitten. Wenn Trump endlich aus dem Amt gejagt sein wird, wird die Welt nicht mehr so sein wie bei seinem Amtsantritt. Er wird zu viel Irreparables angerichtet haben.

Erich Wein, 92224 Amberg
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