07.02.2018 - 20:36 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief Zeman "nicht als Persona non grata behandeln"

Kritik an der Berichterstattung zur Stichwahl um das tschechische Präsidentenamt:

von Externer BeitragProfil

Milos Zeman hat die Stichwahlen um das Präsidentenamt in unserem Nachbarland Tschechien gewonnen, "äußerst knapp", wie überall zu lesen und zu hören war. Dass es dennoch über 150 000 Stimmen Abstand zu seinem Herausforderer Jirí Drahos waren, fällt dabei anscheinend nicht so ins Gewicht.

Dabei kann man schon gewisse Tendenzen in der Berichterstattung feststellen, was aber nicht weiter verwundert, da bereits im Vorfeld der Stichwahlen in den bundesdeutschen Medien viel vom "russlandfreundlichen" bzw. "prorussischen", "populistischen" oder "EU-kritischen" - also wohl "bösen" Milos Zeman - und von seinem "liberalen" und "weltoffenen", "westlich orientierten" - also wohl "guten" Jirí Drahos - zu lesen und zu hören war.

Zeman, auch in Tschechien nicht unumstritten, hat es aber geschafft und wird für weitere fünf Jahre auf der Prager Burg residieren. Ich finde es bemerkenswert, dass mit Milos Zeman ein richtiger Politiker mit Ecken und Kanten gewählt wurde und kein politisch korrekt weichgespülter Mainstream-Politiker mit austauschbaren Inhalten und unkonkreter Sprache.

Der alte und neue Präsident unseres Nachbarlandes zeigt bei vielen Themen klare Kante - ob man das inhaltlich nun gut findet oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt - und erreicht damit offensichtlich eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Tschechiens.

Dies sollte man auch diesseits der Grenze respektieren und Milos Zeman nicht als Persona non grata behandeln, sondern als demokratisch gewählten Präsidenten unserer tschechischen Nachbarn. Dies stünde auch den Medien gut zu Gesicht.

Florian Fuchs, 92224 Amberg

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