11.04.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbriefe Islam-Debatte beschäftigt die Leser

Zur Islam-Diskussion:

von Externer BeitragProfil

"Falsche Denkweise"

Gehört der Islam zu Deutschland? In der Debatte begehen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ulrich Lommer in seinem Leserbrief, bei aller vermeintlichen Logik, einen gravierenden Fehler. Sie unterscheiden nicht zwischen den Menschen und ihrer Weltanschauung. Frau Merkel sagt (und entsprechend Herr Lommer): "Es leben vier Millionen Muslime in Deutschland, deshalb gehört der Islam zu Deutschland." Mit dieser falschen Denkweise könnte man auch behaupten: Es leben viele Salafisten in Deutschland, deshalb gehört der Salafismus zu Deutschland. So einfach ist das leider nicht.

Richtig ist: Der Islam ist in Deutschland. "Gehört zu" bedeutet aber mehr, als nur anwesend sein. Die Formulierung "der Islam gehört zu Deutschland" besagt: Der Islam ist ein willkommener, selbstverständlicher Bestandteil von Deutschland. Das kann aber nur für einen gemäßigten Islam gelten, der sich von allen Hass-Suren (Zum Beispiel: "Tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf") im Heiligen Koran losgesagt hat. Es wäre wünschenswert, nicht allgemein von dem Islam zu sprechen, sondern zu differenzieren.

Der Islam, wie er in den meisten islamischen Staaten gelebt wird, gehört sicher nicht zu Deutschland. Es muss erlaubt sein, darauf hinzuweisen, wie dort die Christen behandelt werden, und mit welchen Folgen eine Muslima rechnen muss, wenn sie es wagen sollte, zum Christentum zu konvertieren. Männer denken natürlich nicht an Religionswechsel, weil ihnen der Islam viel mehr Macht garantiert. Wer über den Islam mitreden will, der sollte sich vorher einigermaßen über diese Religion informieren. Nur der von allen obskuren Hass- und Unterdrückungs-Suren im Koran (ca. 15 Prozent nach Islam-Kenner Wolfgang Rinner, er lebte viele Jahre im Oman) gereinigte Islam kann zu Deutschland "gehören". Sprechen wir in diesem Zusammenhang von einem "gemäßigten" Islam. Und nur in diesem Sinne "gehören" auch die Muslime, die bei uns leben, zu Deutschland.

Ulrich Lommer möge mir meine "schwache Denkleistung" (laut Leserbrief) verzeihen. Ich jedenfalls halte nicht 75 Prozent der Deutschen für so dumm, dass sie Nachhilfe in den einfachsten Gesetzen der Logik benötigen. Um allem Zweifel vorzubeugen: Ein Christ wird selbstverständlich jedem in Not geratenen Menschen, egal welcher Couleur, nach Kräften helfen.

Ludwig Geiger, 92237 Sulzbach-Rosenberg

"Nicht polarisieren"

Ich bin mir ganz sicher, dass sowohl unsere Bundeskanzlerin als auch unser neuer Bundesinnenminister genau wissen, was zu Deutschland gehört und was nicht. Und beide dürften in ihren Meinungen sehr nahe beieinander liegen. Eines hat Horst Seehofer mit seiner Aussage erreicht: Er hat sich gleich mal ins Gespräch gebracht, der Sache war es vermutlich eher nicht dienlich. Angela Merkel ist ihm mit ihrer Äußerung dazu vermutlich "auf die Schippe" gesprungen. Vielleicht etwas unglücklich die ganze Diskussion.

Fraglich ist, warum man nicht parteiübergreifend versucht, dieses Thema mit einigen Sätzen auf den Punkt zu bringen. Vermutlich liegt es daran, dass es in der Natur der Politiker liegt, mit populistischen Aussagen auf Stimmenfang zu gehen oder sich einfach nur vom anderen abgrenzen zu wollen. Wenn man sich über die in dieser Form geführte unsinnige Diskussion Gedanken macht, kann man als Bürger, dessen höchstes Gut die freiheitlich demokratische Grundordnung ist beziehungsweise sein sollte, nur zu einer Aussage kommen:

Zu Deutschland gehören alle Einwohner, egal welcher Herkunft, egal welchen Glaubens, die nach den Wertevorstellungen der freiheitlich demokratischen Grundordnung leben und leben möchten. Allein aus dieser Feststellung heraus sollten wir achtsam sein, ob wir diejenigen wollen, die eine Trennung von Staat und Religion vehement ablehnen, unsere Grundrechte mit Füßen treten oder Parallelgesellschaften bilden, die unserer Wertegesellschaft widersprechen und letztendlich unseren Rechtsstaat unterwandern.

Der Bundesrepublik Deutschland schadet es nicht, sich zu ihren Werten zu bekennen und diese mit Nachhaltigkeit zu vertreten, wir sollten vielmehr stolz darauf sein. Sachliche Aussagen würden die angeschlagenen Volksparteien sicherlich stärken, und vielleicht käme auch wieder etwas mehr Vertrauen in die Politik zurück.

Die Diskussion in der von Merkel und Seehofer geführten Form, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, bringt uns ganz sicher nicht weiter. Also noch mal: Zu Deutschland gehören alle Einwohner, egal welcher Herkunft, egal welchen Glaubens, die sich zu den Werten unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennen! Ich meine, unsere Volksvertreter wären gut beraten, nicht mit markigen Sprüchen zu polarisieren. Es wäre vielmehr ihre Aufgabe, unsere Gesellschaft wieder enger zusammenzuführen.

Harald Menzyk, 92224 Ambergdie Redaktion veröffentlicht Ihre Zuschriften gerne. Leserbriefe sollten auf Inhalte unserer Zeitung Bezug nehmen, den Artikel und den Erscheinungstag nennen. Sie sollten außerdem möglichst kurz abgefasst sein. Wir behalten uns sinnwahrende Kürzungen vor. Bitte geben Sie Name, Vorname, Adresse und eine Telefonnummer für Rückfragen an.

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