Lohngerechtigkeit
Kabinett beschließt Gesetzentwurf

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Bild: dpa

Berlin. (dpa/epd) Nach langem Streit in der Koalition hat das Kabinett den Gesetzentwurf für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen beschlossen. Kern ist die Einführung eines Auskunftsanspruches: Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten sollen das Recht erhalten, Angaben über die Bezahlung einer Vergleichsgruppe zu erhalten. Damit sollen vor allem Frauen Benachteiligungen erkennen und dagegen vorgehen können.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) begrüßte die Verabschiedung am Mittwoch als "Durchbruch". Die bestehende Lohnlücke von 21 Prozent sei ungerecht, sagte sie. "Deshalb brauchen wir dieses Gesetz". Damit werde auch die Unternehmenskultur verändert. Die neue Regelung betreffe 14 Millionen Männer und Frauen. In Unternehmen mit Betriebsrat soll dieser das Recht auf Auskunft umsetzen.

Rund 4000 Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sollen zudem regelmäßig über den Stand der Gleichstellung und der Entgeltgleichheit berichten. 6300 Betriebe werden aufgefordert, entsprechende Prüfverfahren einzuführen. Zwei Jahre war an dem Entwurf gearbeitet worden, seit einem Jahr hatte die Koalition darüber zäh verhandelt.

Frauen sind unterdessen in den Spitzengremien großer Unternehmen in Deutschland nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Allerdings hat ihr Anteil in Vorständen und Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen im vergangenen Jahr etwas stärker zugenommen als im Jahr zuvor. Das geht aus einer am Mittwoch vorgestellten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hervor.

Demzufolge waren Frauen in den Vorständen der Top-200-Unternehmen Ende des Jahres 2016 zu gut 8 Prozent und in den Aufsichtsräten zu knapp 23 Prozent vertreten. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von rund 2 beziehungsweise 3 Prozentpunkten.
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