26.11.2017 - 22:10 Uhr
Deutschland & Welt

Luftangriffe gegen mutmaßliche Islamisten auf dem Sinai: Nach Anschlag deutet Sour auf den IS

Kairo. Die ägyptischen Streitkräfte haben ihre Offensive gegen mutmaßliche Islamisten auf der Sinai-Halbinsel nach dem Anschlag vom Freitag das gesamte Wochenende über fortgesetzt. Unmittelbar nach dem schlimmsten Anschlag der jüngeren Geschichte in Ägypten seien Fahrzeuge, Verstecke und Waffenlager von Verdächtigen mit Luftangriffen zerstört worden, teilte der Sprecher der Streitkräfte auf seiner Facebook-Seite mit. Etwa 25 bis 30 Angreifer hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Moschee eines Sufi-Ordens nahe der Stadt Bir al-Abed im Norden der Halbinsel Sinai angegriffen. Dabei starben mindestens 305 Menschen; 128 Personen seien verletzt worden, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

von Agentur DPAProfil

Wie es aus Sicherheitskreisen hieß, griffen die Attentäter die Moschee mit Sprengsätzen an und feuerten dann auf Flüchtende. Die Angreifer sollen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Flaggen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei sich getragen haben. Ein Ableger der dschihadistischen Gruppe hatte in der Vergangenheit mehrfach Anschläge auf dem Sinai verübt, vor allem gegen Sicherheitskräfte. 2016 reklamierte die Gruppe aber auch Anschläge auf die koptische Minderheit unter anderem in Kairo für sich. In ägyptischen Medien wird darüber spekuliert, ob der Angriff auf die Al-Rawdah-Moschee Mitgliedern eines Stammes galt, der in dem Dorf lebt und mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiten soll, oder ob sich der Angriff gezielt gegen die muslimische Strömung der Sufis richtete. Die IS-Terroristen sehen die Sufis und ihre mystische Auslegung des Islams als "abtrünnig" an. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt bezeugten nach dem Anschlag ihre Solidarität mit Ägypten.

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