Maaßen: Wirtschaftsspionage durch Unternehmenskäufe
Warnung vorm Spion

Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Archivbild: Michael Kappeler/dpa

Berlin. Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor Wirtschaftsspionage durch Unternehmenskäufe. "Es gibt auch formal legale Möglichkeiten, um an Informationen zu kommen", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, am Mittwoch in Berlin. "Man braucht keinen Spionageangriff mehr durchzuführen ..., wenn man das Unternehmen aufkaufen kann."

Maaßen wies besonders auf chinesische Konzerne hin, die in Deutschland Unternehmen aufkaufen. Schon die mehrheitliche Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka 2016 durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Konzern Midea habe das Problem deutlich gemacht. Neben positiven Effekten von Investitionen, etwa für Arbeitsplätze, sei immer auch das "innerstaatliche Sicherheitsrisiko" zu beachten. Jedes chinesische Unternehmen sei zur Zusammenarbeit mit chinesischen Geheimdiensten verpflichtet, sagte Maaßen. So könnten auch sensible Daten abfließen. Teils gebe es in Firmen sogar Komitees der kommunistischen Partei, über die der Staat Einfluss nehmen könne.

Wenig überrascht zeigte sich der Verfassungsschutz-Präsident über den Facebook-Skandal zum den Umgang mit Nutzerdaten. "Als ich von dem Vorfall mit Facebook hörte, habe ich nicht mal mit der Schulter gezuckt", sagte er. Er sei vielmehr erstaunt gewesen, dass so viele Menschen über die Weitergabe privater Daten durch Facebook überrascht gewesen seien, sagte Maaßen. Schließlich verdienten solche Unternehmen Geld mit Informationen. Er selbst gebe seine Daten nur Unternehmen, denen er vertraue und habe kein Konto bei diesem sozialen Netzwerk.
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