Mark Zuckerberg vor dem US-Senat
Zahnlose Fragestunden

Als ob der Enkelsohn dem Opa das Internet erklärt - so haben amerikanische Satiriker die Marathon-Anhörung von Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Senat beschrieben. Und tatsächlich ließen die schon etwas betagten Abgeordneten teilweise den nötigen Biss vermissen, weil sie ganz offensichtlich teilweise Fragen vorlasen, die sie selbst nicht ganz verstanden. Es mangelte ihnen an der Basis-Kompetenz, die sie gebraucht hätten, um den spitzbübischen Multimillionär wenigstens ein bisschen aus der Deckung zu locken.

Man muss Zuckerberg immerhin zugute halten, dass er sich nicht hinter seinen Mitarbeitern versteckte, sondern persönlich die Verantwortung dafür übernahm, dass sein Unternehmen das "Ausmaß seiner Verantwortung" nicht erkannt habe. Welche konkreten Schritte er ergreifen wird, um dieser Verantwortung endlich gerecht zu werden, ließ er ein weiteres Mal offen. Die Politik kann dem Internet-Koloss jetzt drohen, ihn an die Leine zu legen - es wird aber nichts nützen.

Und: Viele der mehr als zwei Milliarden Nutzer sind selbst schuld. Wohl die wenigsten können wirklich einschätzen, auf was sie sich da eigentlich eingelassen haben. Wenn die Mehrheit wenigstens die Bordmittel von Facebook nutzen würde, um die Datensammelwut des Konzerns zu bremsen, wäre das immerhin ein Denkzettel für die selbst ernannten Weltverbesserer aus Menlo Park. Und wer weiß: Vielleicht ist das soziale Netzwerk dann irgendwann genau so schnell wieder verschwunden wie es gekommen war. Dann kommt das nächste große digitale Ding.
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