Meldeversäumnisse als hauptsächlicher Grund
Zahl der Hartz-IV-Sanktionen leicht gestiegen

Nürnberg. Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger ist 2017 auf knapp 953 000 gestiegen. Das waren rund 13 700 mehr als im Vorjahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Sanktionsquote - also das Verhältnis von verhängten Strafmaßnahmen zu allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten - lag unverändert bei 3,1 Prozent. "Die allermeisten Leistungsberechtigten halten sich an die gesetzlichen Spielregeln. Nur ein ganz geringer Teil wird überhaupt sanktioniert", sagte BA-Chef Detlef Scheele. Mit 77 Prozent entfällt zudem ein Großteil der Sanktionen auf Meldeversäumnisse - wenn also beispielsweise jemand einen Termin beim Jobcenter ohne Angaben eines wichtigen Grundes nicht wahrnimmt. 2017 mussten die Jobcenter bei 733 800 Menschen deswegen die Regelleistung um 10 Prozent absenken. Im Jahresschnitt 2017 gab es 4,36 Millionen Hartz-IV-Empfänger; 2016 waren es 4,31 Millionen. Auch durch diesen Anstieg hat die Zahl der Sanktionen zugenommen. Da manche Hartz-IV-Empfänger mehrfach sanktioniert werden, ist die Zahl der betroffenen Menschen niedriger als die Zahl der Fälle.

Unterdessen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine Erhöhung der Hartz-IV-Bezüge in Aussicht gestellt. "Ich schaue mir das an, was wir bei den Grundsicherungssätzen tun können", sagte Heil der Wochenzeitung "Die Zeit". Zudem wolle er prüfen, "welche Sanktionen noch sinnvoll sind", sagte Heil.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.