16.07.2017 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Messerangriff in Hurghada: Täter in Ägypten hatte offenbar IS-Kontakte

Kairo/Hurghada. Der tödliche Messerangriff im Badeort Hurghada soll nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Auftrag gegeben worden sein. Ein 28 Jahre alter Täter hatte am Freitag die beiden 65 und 56 Jahre alten Frauen aus Niedersachsen mit mehreren Messerstichen getötet und vier weitere Ausländer verletzt, bevor er am Strand überwältigt werden konnte. Bislang hat sich noch keine Gruppe zu der Tat bekannt.

von Agentur DPAProfil

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Kairo stand der Täter mit der IS-Terrormiliz über das Internet in Kontakt. Er habe den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Zudem soll sich der festgenommene Angreifer, ein Uni-Absolvent aus dem Norden Ägyptens, einem Medienbericht zufolge bei den Vernehmungen auf die islamische Rechtssprechung, die Scharia, berufen haben. Die ägyptische Anwaltschaft für Staatssicherheit erklärte hingegen, es sei noch unklar, ob es sich um einen Terrorakt oder eine kriminelle Tat gehandelt habe. Sie rief die Medien dazu auf, Spekulationen und voreilige Schlussfolgerungen zu unterlassen.

Nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen war der Angreifer am Freitagmorgen mit einem Bus nach Hurghada gekommen, wo er sich das Tatmesser kaufte. Zum Tathergang gab das ägyptische Innenministerium an, dass der Täter von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an den Hotelstrand des "Zahabia Hotels" geschwommen und mit dem Messer auf Touristen losgegangen sei.

Nach Informationen der privaten ägyptische Zeitung "Al-Shorouk" konnte der Täter gut Deutsch sprechen. Er habe seine Opfer, die aus der Nähe der Stadt Peine in Niedersachsen stammten, unmittelbar vor der Tat in ein Gespräch verwickeln. Danach habe er die beiden Frauen getötet. Vier weitere Ausländer, die nach dpa-Informationen unter anderem aus Russland und Tschechien kommen, wurden verletzt.

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