Michael Groschek steht für "klare Kante"
Abteilung Attacke

Der SPD-Landeschef von Nordrhein-Westfalen Michael Groschek. Bild: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf. Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Michael Groschek hat den Verzicht von Noch-Parteichef Martin Schulz auf den Außenministerposten begrüßt. "Damit leistet er einen notwendigen Beitrag dazu, die Glaubwürdigkeit der SPD zu stärken", betonte Groschek am Freitag in einer Mitteilung.

"Jetzt geht es darum, die vielen positiven sozialdemokratischen Inhalte des Koalitionsvertrages in den Mittelpunkt zu rücken und zahlreiche Verbesserungen für die Menschen im Land umzusetzen. Genau das erwarten die Bürgerinnen und Bürger von uns." Groschek rief die Genossen zur Disziplin auf. "Wer jetzt schon wieder Personaldebatten führt, handelt parteischädigend", sagte er auf Anfrage der dpa in Düsseldorf. "Bis zum Abschluss des Mitgliedervotums müssen die Inhalte im Vordergrund stehen. Das gilt für alle in der SPD." Groschek ist der Anführer der Abteilung Attacke in der nordrhein-westfälischen SPD und kennt die Landespartei wie kaum ein Zweiter. Als Chef des mitgliederstärksten SPD-Landesverbands ist der 61-jährige ehemalige Marine-Soldat, der seit 44 Jahren in der SPD ist, ein einflussreicher Strippenzieher. Der Oberhausener mit dem kernigen Ruhrpott-Dialekt soll die treibende Kraft gewesen sein, um Martin Schulz jetzt zum Verzicht auf ein Ministeramt zu bewegen. Wer ist der Mann, den die Genossen "Mike" nennen?

Die letzte Bastion

Die NRW-SPD galt schon bei der Bundestagswahl 2013 als eine der letzten Bastionen gegen die Große Koalition. Dass die Genossen zwischen Rhein und Weser in den vergangenen Wochen etwas mehr Milde gegenüber Groko-Ambitionen walten ließen, ist vor allem Groscheks Engagement zu verdanken. Der kleine schnauzbärtige Mann, der gerne und häufig donnernd lacht, war lange Jahre Vertrauter von Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Nach ihrem Abgang im Sommer infolge der verlorenen Landtagswahl wurde er zum Landesparteichef gewählt. Noch in diesem Jahr will er einer verjüngten Spitze Platz machen will.

"Faust auf dem Tisch"

Von Schulz' Kehrtwenden und gebrochenen Zusagen soll der studierte Berufsschullehrer zuletzt enttäuscht gewesen sein, heißt es aus der Partei. Am Donnerstag hatte Groschek Schulz zwar noch mühsam verteidigt, aber auch ein Glaubwürdigkeitsproblem mit dessen Ministerambitionen eingeräumt: "Ich kann die Gefühlswallung und manche Faust auf dem Tisch verstehen." Groschek, der zwischen 2012 und 2017 auch Landesminister für Bauen und Verkehr und zuvor über zehn Jahre lang Generalsekretär der SPD in NRW war, steht für "klare Kante" - auch in seiner bildreichen Sprache.
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