13.03.2018 - 12:10 Uhr
Deutschland & Welt

Migration lässt 2016 Einwohnerzahl um 500 000 steigen In Deutschland mehr Zu- als Abwanderung

Wiesbaden. In Folge der Zuwanderung während der Flüchtlingskrise ist im Jahr 2016 die Zahl der Einwohner in Deutschland insgesamt um 500 000 Menschen gestiegen. Diese Zahl veröffentlichte das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer Gesamtrechnung von Zu- und Abwanderung. Insgesamt lebten Ende 2016 in Deutschland 82,5 Millionen Menschen.

Die Zahl der Menschen aus Krisenregionen wie Syrien, Afghanistan und Irak blieb 2016 hoch, war aber rückläufig. Im Bild syrische Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland. Archivbild: Swen Pförtner/dpa
von Agentur DPAProfil

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren mehr als 1,8 Millionen Menschen nach Deutschland gezogen, davon mehr als 1,7 Millionen Menschen mit einem ausländischen Pass. Dagegen verließen im gleichen Jahr mehr als 1,3 Millionen Menschen Deutschland.

Die Schließung der sogenannten Balkanroute im Frühjahr 2016 dürfte auch in den Migrationszahlen Spuren hinterlassen haben. Zwar machten Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak erneut den größten Teil der Migranten aus, die in höherer Zahl zu- als abwanderten. Die Zahl der Syrer sank jedoch beim sogenannten Wanderungsüberschuss von 298 000 auf 146 000, bei den Afghanen gab es einen Rückgang von 80 000 auf 56 000 und bei den Irakern von 60 000 auf 48 000.

Rund 146 000 Zuwanderer waren Deutsche - entweder Spätaussiedler oder aus dem Ausland zurückkehrende Deutsche. Das war ein Anstieg um 25 000 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig kehrten 281 000 deutsche Staatsangehörige Deutschland den Rücken. Auch mehr als eine Million Menschen mit ausländischem Pass wanderten ab.

Bei der Zahl der deutschen Auswanderer oder Auslandsstudenten ist nach Angaben eines Behördensprechers ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr schwierig. Grund dafür sei eine veränderte Methodik, da Kommunen nun innerhalb kurzer Zeit nach dem Wegzug eines Einwohners von der neuen Gemeinde in Deutschland über die dortige Anmeldung informiert würden. Wer "unbekannt" verzogen sei, müsse sich also im Ausland aufhalten. In den Vorjahren war länger unklar geblieben, ob weggezogene Einwohner innerhalb Deutschlands den Wohnsitz gewechselt oder Deutschland verlassen hatten.

Etwas mehr als die Hälfte aller Zuwanderer (51 Prozent) hatte einen EU-Pass, während neun Prozent aus anderen europäischen Staaten kamen. Unter den außereuropäischen Zuwanderern stellten Asiaten mit 26 Prozent die größte Gruppe, während fünf Prozent der Migranten die Staatsbürgerschaft eines afrikanischen Landes besaßen.

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag weiter berichtete, werden derzeit in Deutschland elf Millionen Schüler unterrichtet. Jeder zehnte ist Ausländer.Das geht aus vorläufigen Zahlen für das Schuljahr 2017/2018 hervor. "Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 5,4 Prozent", berichtete Destatis-Mitarbeiterin Andrea Malecki. Die Zunahme an allgemeinbildenden Schulen betrug 6,9 Prozent, an beruflichen Schulen stieg die Zahl der ausländischen Schüler gegenüber dem vorhergehenden Schuljahr um 2,8 Prozent. Die Herkunft wird in der Schülerstatistik nicht erfasst. Laut Mikrozensus lag der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund im Jahr 2016 bei 32,5 Prozent. Nach den vorläufigen Ergebnissen nahm insgesamt die Zahl der Schüler und Schülerinnen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen um 0,4 Prozent auf 11,0 Millionen ab.

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